Am Freitag, 21. September gastiert Christian Löffler im Südpol Luzern für eine seiner berühmten Live-Shows. Anlässlich seines bevorstehenden Gigs haben unsere Freunde von hörperlen. ein interessantes Interview geführt, welches wir nun auf ubwg.ch veröffentlichen durften. Dazu verlosen wir 1×2 Eintritte.

Christian Löffler: visueller und akustischer Künstler, Norddeutscher, Inselbewohner, innovativer und gefeierter Produzent, Co-Founder von Ki-Records, kurzum: eine interessante Persönlichkeit, dessen Künste schon bald im Südpol Luzern bestaunt werden dürfen.

Stell dich doch kurz mit einem gif. vor.



Was hat dich dazu bewegt Luzern die Ehre zu erweisen und uns im Südpol Luzern mit einem Live-Set zu beglücken?

CL: Ich bin immer sehr gern in der Schweiz. Ich hatte jedes Mal ein tolles Publikum und habe sehr liebe Menschen kennengelernt. Einer meiner ersten Auftritte überhaupt war in Zürich und ich habe mittlerweile in vielen Städten und auch in kleineren Orten in der Schweiz gespielt. Luzern war allerdings bisher noch nicht dabei, aber das wird sich ja jetzt bald ändern.

Es ist immer wieder zu hören, dass du im Rahmen deiner Musik Euphorie und Melancholie zu kombinieren versuchst. Was reizt dich an diesem Kontrast?

CL: Das war nie wirklich ein Konzept. Es hat sich viel mehr ergeben, da ich ursprünglich viel akustische Klaviermusik gemacht habe, aber es auch diese Leidenschaft für elektronische Sounds gab. Also eher Musik für den Dancefloor, die oft klar auf euphorische Momente abzielt. Und so hat sich diese Kombination in meiner Klangwelt ergeben. Auf der einen Seite die ruhigen, akustischen Momente und auf der anderen die elektronischen, gradlinigeren Elemente.

Dein letztes Album Mare, welches 2016 erschienen ist, hast du auf der ruhigen und wohl eher verschlafenen Insel Darss produziert und hast dabei diverse Naturklänge in deine Musik einfliessen lassen. Dienen die Ruhe, die Natur und das Meer als Quellen deiner Kreativität und Inspiration?

Auf jeden Fall, denn es hat mich nie wirklich komplett nach Berlin oder in eine andere Großstadt gezogen. Gerade mit den vielen Touren genieße ich die Rückkehr zur Ruhe und dass es niemanden wirklich interessiert, was man da macht. Ich kann mich so am besten auf meine Gedanken konzentrieren und werde nicht abgelenkt. Ich genieße es, mich mit Inspiration aufzuladen, wie zum Beispiel nach einer tollen USA und Kanada Tour, von der ich gerade zurückgekehrt bin. Dann brauche ich aber auch meine ruhige Base, wo ich das Erlebte möglichst ungestört umsetzen kann.



Deine musikalischen Ursprünge liegen eher im Bereich der Rock- bzw. Gitarrenmusik. Wie und weshalb bist du zur elektronischen Musik gekommen?

CL: Es hat mich fasziniert, komplette Musikstücke komponieren und produzieren zu können, ganz allein, ohne Band und ohne viel Equipment. Die Möglichkeiten in der elektronischen Musik sind unbegrenzt und es ist alles erlaubt. Das liebe ich. Einfach das zu machen, worauf man Lust hat. Ich wollte immer eigene Musik machen, schon als ich sehr jung war. Ich konnte aber nie wirklich ein Instrument spielen und war deshalb für keine Band zu gebrauchen. Es war wie eine Welt, die mich begeisterte, aber zu der ich keinen Zugang fand. Erst mit Hilfe des Computers konnte ich mich musikalisch ausdrücken.

Wie du sagst, hast du nie wirklich gelernt, ein Instrument zu spielen oder Musik-Unterricht genommen. Du hast mehr oder weniger direkt mit der Produktion elektronischer Musik begonnen. Inwiefern prägte dies dein musikalisches Schaffen?

Tja das ist eine sehr gute Frage, die ich mir auch schon öfter gestellt habe. Es wäre vermutlich anders gekommen. Vielleicht dann doch eher in einer Band mit Gitarrenmusik. Ich hätte da nach wie vor wirklich Lust drauf, aber auf der anderen Seite liebe ich auch den kreativen Freiheitsgedanken von Techno und House.

Du bist nicht nur Ton-Künstler, sondern auch Maler und Fotograf. Siehst du Parallelen zwischen diesen Kunstsparten (z.B. bezüglich deiner Herangehensweise an ein Projekt)?

CL: Ja, denn der Ursprung oder der Antrieb etwas zu schaffen ist derselbe, sei es Fotografie oder Malerei oder eben auch Musik. Es ist also ein und dasselbe, egal in welcher Disziplin ich am Ende meine Gedanken umsetze. Und ich kombiniere ja auch oft. Die Visuals während der Auftritte sind von mir gefilmt. Die Cover der Platten sind von mir fotografiert bzw. gemalt und gestaltet. Ich habe ein klares Bild von meiner Kunst und von dem, was ich ausdrücken möchte und das will ich so pur wie möglich umsetzen.

Im Südpol wirst du ein Live-Set spielen. Wie baust du ein solches Set auf?

CL: Das hängt zum Teil auch vom Publikum ab. Ich starte generell immer etwas offener und ruhiger, um zu sehen, in welche Richtung sich der Abend entwickeln könnte und baue darauf Schicht für Schicht mein Set auf. Oft merkt man recht früh, ob es eher atmosphärisch und ruhig oder fokussierter zugehen wird.

Du trittst mittlerweile an verschiedensten Orten auf. Von der Hamburger Elbphilharmonie, zu Kirchen bis hin zu kleinen Clubs wie dem Südpol. Welche Art von Orten bevorzugst du?

CL: Ich bevorzuge eigentlich keinen, denn gerade die Mischung begeistert mich. Ich habe angefangen nur in Clubs zu spielen. Dann kamen ab und an speziellere Orte wie Kunsthäuser oder Museen dazu. Mittlerweile habe ich diese unterschiedlichen Setups, wie zum Beispiel mit dem Ensemble, also Streichquartett, Mohna und Flügel und kann deshalb die verschiedensten Orte bespielen. Das ist toll. Denn es ist wirklich jedes Mal eine ganz andere Erfahrung und eine andere Erwartungshaltung des Publikums. Ich liebe es solo in Clubs zu spielen, aber es ist genauso toll mit anderen Musikerinnen und Musikern auf der Bühne zu stehen und gemeinsam die Stücke umzusetzen.



Können wir schon bald neue Produktionen von dir erwarten? Falls ja, in welche Richtung bewegst du dich damit?

CL: Als nächstes steht ein spezielles Projekt namens „Nest“ mit der polnischen Komponistin Hania Rani an. Es wird komplett neue Musik geben, die zwischen eher düsteren, härterem Techno und schnellem, aber auch sehr melodiösem Piano liegt. Es ist sehr kontrastreich. Es kommt schon bald zu unserem ersten gemeinsamen Auftritt.

Danach liegt der Fokus auf meinem nächsten Soloalbum, für das ich schon ein paar Stücke fertig geschrieben habe, aber in welches ich noch viel Arbeit investieren möchte. Deshalb werde ich Ende des Jahres eine Pause vom Tourleben nehmen und mich ganz auf die Musik konzentrieren. Geplante Veröffentlichung ist dann Herbst 2019.

Oh! Das klingt gut! Umso mehr freuen wir uns, dich schon bald in Luzern begrüssen zu dürfen.

Zur Veranstaltungsseite und zum Vorverkauf geht’s hier.


Verlosung:

Wir verlosen 1×2 Gästelisten-Plätze für Christian Löffler (live) im Südpol Luzern. Um an der Verlosung teilzunehmen, braucht ihr uns entweder einen Kommentar zu hinterlassen oder eine E-Mail mit dem Betreff „Christian Löffler“ zu schreiben (win@ubwg.ch). Kommentare können sowohl auf Facebook als auch auf ubwg.ch hinterlassen werden. Die Gewinner werden bis spätestens Freitag, 21. September 2018 vor dem Event per Mail oder Facebook benachrichtigt. Die Teilnahme erfolgt ohne Gewähr. Wir wünschen allen viel Glück!


Titelbild: Press Christian Löffler


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