Am Samstag, 27. September 2025, ist der Zürcher Supermarket Club Austragungsort einer Premiere: Dann nämlich findet mit «Inclusions» der erste inklusive Dayrave der Schweiz statt. Mit Herz, Haltung und ordentlich Bass wird an der ersten Edition ein kraftvolles Zeichen gesetzt. Wir haben uns mit den beiden Initianten des Projekts, Reto Willi und Roland Lüthi, im Interview unterhalten.
Am Samstag, 27. September 2025, findet an der Zürcher Geroldstrasse der erste inklusive Dayrave der Schweiz statt, der vom Verein Inclusions in Zusammenarbeit mit insieme Zürich und dem Supermarket Club organisiert wird. Ein Happening, das ein kraftvolles Zeichen für Sichtbarkeit, Teilhabe und gemeinsames Erleben setzt. Das barrierefreie Setting im Supermarket Club, kombiniert mit der offenen Dayrave-Atmosphäre, schafft Ende September Raum für spannende und echte Begegnungen.


Menschen mit und ohne Beeinträchtigung werden am Dayrave tanzen, feiern und gemeinsam auflegen – Seite an Seite. An den Decks stehen DJs wie Samy Jackson, Zagara, Gans Voll, Hoibaer und _MINIART°°°, die tatkräftige Unterstützung von Co-DJs mit Beeinträchtigung erhalten. Und auch auf der Tanzfläche wird es spannend: Colette Murer, Gründerin der Magic Dancers, bringt gemeinsam mit der Inclusions-Tanzcrew eine eigens entwickelte Choreo aufs Parkett.
Wir haben uns mit den beiden Initianten des Charity Raves, Reto Willi und Roland Lüthi, im Interview über das Projekt und den anstehenden Event unterhalten.
Reto und Roland, wie ist die Idee zu «Inclusions» entstanden und was hat Euch persönlich dazu bewegt, diesen ganz besonderen Rave ins Leben zu rufen?
Musik hat eine einzigartige, verbindende Kraft – und genau diese wollen wir mit «Inclusions» nutzen. Wir schaffen einen Raum, in dem sich Menschen – mit und ohne Beeinträchtigung – auf Augenhöhe begegnen können: ohne Vorurteile, ohne Klischees, einfach und echt. Die Idee ist aus der Erfahrung gewachsen, dass viele Menschen mit Beeinträchtigung kaum Zugang zur Clubkultur haben – obwohl gerade Musik und Tanz enorme Lebensfreude schenken können. Es gibt wenige Berührungspunkte mit dieser Welt. Mit Inclusions wollen wir das ändern: Wir wollen Inklusion ins Zentrum der Gesellschaft rücken, Barrieren abbauen und neue Begegnungen ermöglichen. Persönlich verbindet uns mit dem Projekt die Leidenschaft für elektronische Musik und der Wunsch, echte Inklusion zu leben. Es ist für uns ein Herzensprojekt, das wir mit voller Energie und Überzeugung umsetzen.
Was bedeutet Inklusion für Euch im Kontext von Clubkultur und elektronischer Musik?
Die Clubkultur war schon immer ein Raum, in dem Vielfalt, Gemeinschaft und Freiheit gelebt und gefeiert werden. Jedoch fehlt Menschen mit Beeinträchtigung der Zugang zu elektronischer Musik oft, viel eher finden sie sich in gängigeren Genres wie Schlager und Oldies wieder. Das möchten wir gerne ändern.
«Inclusions» versteht sich als Bewegung, nicht nur als Event. Welche Vision verfolgt ihr damit langfristig?
Unsere Vision ist eine inklusive Gesellschaft – ohne Grenzen. «Inclusions» soll der Startschuss zu einer Bewegung sein, die zeigt, was möglich ist, wenn wir zusammenwirken. Wir wollen Bewusstsein schaffen, inspirieren und Brücken bauen – über den Rave hinaus. Langfristig wünschen wir uns eine Plattform, die Menschen immer wieder zusammenbringt, sei es durch Musik, aber auch durch andere kreative Formate. Wir glauben, dass je öfter Partygänger:innen ganz selbstverständlich Zeit mit Menschen mit Beeinträchtigung auf der Tanzfläche verbringen, das gegenseitige Verständnis und Vertrauen gestärkt wird. Wir alle sind Menschen mit Träumen, Wünschen, guten und schlechten Tagen. «Inclusions» soll für Menschen mit und ohne Beeinträchtigung eine Gelegenheit sein, Neuland zu betreten. Unser Ziel ist eine Zukunft, in der das Wort «Inklusion» gar nicht mehr nötig ist – weil es längst gelebte Normalität geworden ist.


Menschen mit und ohne Beeinträchtigung gestalten «Inclusions» gemeinsam – auf und vor der Bühne. Wie habt ihr die Co-DJs, Künstler:innen und Tänzer:innen zusammengebracht?
Durch unsere Netzwerke – diese entstehen zum einen durch unsere Arbeit in sozialen Institutionen, zum anderen durch unsere privaten Kontakte in die elektronische Musikszene. Bei unserer Arbeit in der Arbeitsagogik (Reto Willi) und in der Betreuung (Roland Lüthi) erleben wir täglich die Vielfalt, die Talente und Eigenheiten von Menschen mit Beeinträchtigung. Für uns stand ausser Frage, dass wir diesen Menschen helfen wollen, ihr Potenzial zu entfalten und dieses in das Entstehen von «Inclusions» zu integrieren. Menschen mit und ohne Beeinträchtigung gestalten und erleben den Event gemeinsam – beim Logo-Design, hinter den Decks, auf der Bühne und auf der Tanzfläche.
Was waren die wichtigsten Schritte – und vielleicht auch Herausforderungen – bei der Planung dieses inklusiven Dayraves?
Wir leisten Pionierarbeit mit diesem Event. Wir wollten nicht einfach eine weitere, inklusive Disco organisieren, sondern eben einen Dayrave. «Inclusions» findet im Supermarket, einem renommierten Zürcher Club, statt. Nebst der einmaligen Location punktet auch das musikalische Line-Up. Die Planung und Vorbereitung dieses Events gestaltete sich nicht immer einfach, aber die positive Haltung, die Freude und Motivation der DJ’s, Tänzer:innen und Künstler:innen waren und sind wahnsinnig motivierend mitzuerleben. Zudem waren wir etwas naiv, was die Sponsoren-Suche betraf. Wir dachten, diese würde sich massiv einfacher gestalten, da das Thema omnipräsent ist. Mit viel Überzeugungsarbeit und um zahlreiche Erfahrungen reicher, hat es dann letztendlich geklappt. Die Finanzierung ist bei «Inclusions»ein zentrales Thema. Wir wollen den Event kostendeckend und transparent realisieren – mit allen Überschüssen zugunsten für inklusive Projekte bei insieme Zürich.
Im Interview für Verein Inclusions: Reto Willi und Roland Lüthi
Im Interview für UBWG: Die Redaktion
Mit Deinem Ticket unterstützt Du nicht nur einen Event mit echtem Impact, sondern hilfst mit, Freizeit-, Kurs- und Ferienangebote für Menschen mit Beeinträchtigung zu finanzieren. Sämtliche Überschüsse fliessen nach Abzug der Eventkosten direkt an insieme Zürich, dem grössten Freizeit-Anbieter für Menschen mit Beeinträchtigung.
Weitere wichtige Informationen findest Du zudem auf der Website des Vereins Inclusions oder auf der Supermarket-Website.
Quellen: Supermarket Club, Verein Inclusions (vertreten durch Reto Willi und Roland Lüthi), Beitragsbild via Verein Inclusions, insieme Zürich


