Für die Playlist #178 zeigt sich Eva May verantwortlich. Die in Lausanne ansässige Artist bewegt sich musikalisch souverän zwischen treibenden Grooves und komplexen Rhythmen und hat dabei eine besondere Affinität zu den Wurzeln elektronischer Musik aus Detroit. Als Kuratorin ist sie zudem eine prägende Stimme der Schweizer Clubszene, verantwortet innovative Events und setzt sich für aufstrebende Talente ein. Für UBWG hat sie spannende Tracks zusammengetragen, die ihren vielseitigen musikalischen Ansatz widerspiegeln: dynamisch, facettenreich und immer mit dem Anspruch, die Grenzen des Undergrounds auszuloten.
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Grosser Club oder kleine Spielwiese?
Immer ein kleiner Spielplatz! Ich liebe intime Clubs mit einem neugierigen Publikum und einer eingeschworenen Community – Räume, in denen man die Verbindung zwischen DJ und Dancefloor wirklich spüren kann. Dort fühle ich mich beim Auflegen am wohlsten, kann Risiken eingehen und mit unterschiedlichen Sounds experimentieren, ohne das Gefühl zu haben, mich an eine bestimmte Richtung halten zu müssen. Es hat auch etwas ganz Besonderes, ein gutes Soundsystem in einem kleinen Raum zu haben. Man kann die Musik körperlich spüren, all die kleinen Details eines Tracks wahrnehmen und wirklich mit der Energie des Raumes spielen. Eine niedrige Decke, ein gutes Soundsystem und ein aufgeschlossenes Publikum – mehr brauche ich nicht, um glücklich zu sein!
Always a small playground! I love intimate clubs with a curious crowd and a tight-knit community, spaces where you can really feel the connection between the DJ and the dancefloor. That’s where I feel the most comfortable playing, taking risks and exploring different sounds without feeling like I have to stick to one particular direction. There’s also something really special about a great sound system in a small room. You can physically feel the music, notice all the little details in a track, and really play with the energy of the space. Give me a low ceiling, a good system and an open-minded crowd and I’m very happy!
Deine Inspirationsquelle ist?
Auszugehen und anderen DJs zuzuhören, ist wahrscheinlich eine meiner grössten Inspirationsquellen. Ich liebe es, neue Künstler:innen und Sounds zu entdecken, aber vor allem fasziniert es mich, wenn jemand seine Persönlichkeit in einem Set wirklich zum Ausdruck bringt. Wenn ein DJ etwas völlig Unerwartetes spielt und es irgendwie trotzdem funktioniert, bekomme ich jedes Mal Lust, nach Hause zu gehen, tiefer zu graben und mich selbst ein Stück weiter aus meiner Komfortzone herauszubewegen. Auch das Diggen nach Musik ist für mich ein riesiger Teil davon. Ich liebe es, mich in musikalischen Rabbit Holes zu verlieren: einen Track zu entdecken, der mich zu einem Label führt, das wiederum zu einer anderen Künstler:in führt, einem anderen Genre, einer anderen Ära … und plötzlich entdeckt man eine ganze Welt von Musik, von deren Existenz man vorher nicht einmal wusste. Ich glaube, diese ständige Neugier ist es, die das DJing für mich so spannend hält. Es gibt immer etwas Neues zu entdecken – und mein eigener Geschmack entwickelt sich dadurch ständig weiter.
Going out and listening to other DJs is probably one of my biggest sources of inspiration. I love discovering new artists and sounds, but especially hearing someone’s personality really shine through a set. When a DJ plays something completely unexpected but somehow makes it work, it always makes me want to go home, dig deeper and push myself a little further outside of my own comfort zone. Digging is also a huge part of it for me. I love falling down musical rabbit holes, finding one track that leads to a label, which leads to another artist, another genre, another era… and suddenly you’re discovering a whole world of music you didn’t even know existed. I think that constant curiosity is what keeps DJing exciting for me. There’s always something new to discover, and my taste is constantly evolving because of it.

In deinen Werken/Sets geht es um?
Für mich geht es bei einem Set vor allem darum, unterschiedliche Genres, Rhythmen und Stimmungen miteinander zu verbinden und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass sich alles wie ein Teil derselben Geschichte anfühlt. Ich möchte mich nicht unbedingt in einer einzigen musikalischen Spur bewegen. Ich mag es, zwischen House, Techno, Electro, Breaks und allem anderen zu wechseln, was sich in diesem Moment richtig anfühlt. Gleichzeitig sollen diese Übergänge Sinn ergeben und sich durch das gesamte Set ein roter Faden ziehen. Ich liebe es besonders, längere Sets zu spielen, weil sie einem die Zeit geben, diese Geschichte richtig aufzubauen. Man kann an einem unerwarteten Punkt beginnen, die Energie langsam entwickeln, kleine Umwege nehmen, die Spannung auf- und wieder abbauen und die Nacht sich ganz natürlich entfalten lassen. Ein grosser Teil des DJings ist für mich auch die Kommunikation mit dem Publikum. Ich möchte nie, dass sich ein Set komplett vorherbestimmt anfühlt. Ich lese gerne den Raum und reagiere auf das, was gerade auf dem Dancefloor passiert. Dieses Hin und Her zwischen dir, der Musik und den Menschen vor dir ist es, was die Atmosphäre entstehen lässt. Und wenn alles zusammenpasst, ist das für mich das beste Gefühl.
For me, a set is really about blending different genres, rhythms and moods while still making everything feel like part of the same story. I don’t necessarily want to stay in one musical lane. I like moving between house, techno, electro, breaks and whatever else feels right in that moment, but I want those transitions to make sense and for there to be a thread running through the whole thing. I especially love playing longer sets because they give you the time to build that story properly. You can start somewhere unexpected, slowly develop the energy, take little detours, bring things up and down, and let the night evolve naturally. A big part of DJing for me is also that communication with the crowd. I never want a set to feel completely predetermined; I like reading the room and responding to what’s happening on the dancefloor. It’s that back-and-forth between you, the music and the people in front of you that creates the atmosphere, and when everything clicks, that’s the best feeling.
Quellen: Eva May, Beitragsbild via via Albert Lopes, Bilder im Beitrag via Pacap Magazine



