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Kaum zu glauben, aber unser hauseigener Podcast wird 100!

Seit 2012 versuchen wir mit unserer Podcastreihe lokalen Künstlerinnen und Künstlern eine Plattform zu bieten, auf welcher sie ihre Musik und Philosophie vorstellen können. Für Mix Nummer 100 richten wir unser Gehör nach Basel, denn von dort kommt die reizende Herzschwester, welche uns ein knapp 70 minütiges Meisterwerk zum Jubiläum mischte. Und wie immer gibt’s auch einen interessanten Hintergrundbericht über unsere heutige Protagonistin zu entdecken, dieses Mal geschrieben von mel.lila.

Herzschwester auf Soundcloud


Sie ist für mich einer der Gründe, warum mein Herz für die elektronische Musik schlägt! Herzschwester gehört für mich zu den wenigen Künstlern, die ihre musikalische Eigenständigkeit nicht verloren haben. Umso mehr freute ich mich, sie endlich kennenlernen zu dürfen.

Was viele nicht wissen: Wenn «Isa» nicht hinter den Plattentellern steht, geht sie ihrem Beruf als Juristin nach. Das Auflegen ist seit Jahren lediglich ihr Hobby, durch das sie ihre Leidenschaft zur Musik weitergeben möchte.

Alles begann 1999, als sie mit 16 Jahren zum ersten Mal eine Technoparty in München besuchte. In dieser Nacht spielte Sven Väth eines seiner legendären 10 Stunden-Sets und weckte damit ihre lebenslange Begeisterung für den Puls der Nacht. Kurze Zeit später besuchte sie einen DJ-Kurs, lernte den Umgang mit Vinyl und kaufte sich ihre eigenen Plattenspieler. In jeder freien Minute stand sie im Plattenladen oder Zuhause, übte das Mixen ihrer Platten und kam so ihrem Traum immer näher.

Herzschwester

Damals spielte sie vorwiegend Trance und gehörte zu einer der wenigen Frauen in der Szene. Nicht nur in Basel wurde sie bald gebucht, auch in Bern, Luzern oder im Zürcher Nachtleben war sie jedes Wochenende unterwegs und spielte in unzähligen Clubs und an grossen Raves. Dazu erzählte sie mir, dass das Auflegen auf einem Lovemobile an der Streetparade 2004 oder im Rohstofflager zu den Highlights gehörten, welche sie nie vergessen werde.

Mit der Zeit wandelte sich die Tranceszene und Herzschwester fand sich bald in der Minimal- und Technoszene. Stilistisch wandte sie sich zwar vom Trance ab, ihr Gespür für Harmonien und Melodien behielt sie aber in ihren Sets bei. Ab 2007 organisierte sie mit Miss Peel und S-Biene eine Partyreihe namens “Lunatic Electronics”, welche jahrelang regelmässig auf dem ehemaligen NT Areal in Basel stattfand. Zur damaligen Zeit blühte die elektronische Szene in Basel stark auf und Herzschwester trug einen grossen Teil dazu bei.

So hat alles angefangen und immer mehr Projekte kamen dazu. Sie war Resident im Presswerk, spielte u. a. im Nordstern, Hinterhof, Funambolo, Schiff und an vielen Outdoor Parties. Im Club Presswerk entstand auch das Label „Gelbes Billett Musik„, welches von vielen Basler Künstlern gegründet wurde und noch heute besteht.

Früher spielte Herzschwester ausschliesslich mit Vinyl, was sich inzwischen geändert hat. Auf meine Frage, warum sie es nicht mehr macht, antwortete sie, dass viele Tracks gar nicht mehr auf Vinyl erscheinen. Die Digitalisierung macht auch vor der Musik nicht halt. Diese Entwicklung findet sie aber positiv, da nun viel mehr Künstler die Möglichkeit haben, sich zu verwirklichen. Einen Nachteil hat das Ganze dann aber doch. Man verliere schnell den Überblick vor lauter Auswahl und die wahren Perlen sind schwer zu finden.
Damit das Publikum besondere Momente auf der Tanzfläche erleben kann, sucht sie im Netz nach unbekannten Künstlern und schreibt diese an. Zudem ist es für sie wichtig, dass sie sich auf jedes Booking vorbereitet, indem sie Musik hört und sich Gedanken macht, wohin die musikalische Reise an dem Abend gehen soll. Dabei stellt sie sich vor, was sie gerne als Partygast hören würde.

Herzschwester

“Weniger auflegen, ist mehr”, das ist mittlerweile Herzschwester’s Devise geworden, damit sie ihre Motivation für die Musik nicht verliert. Zwar organisiert sie mit Thom Nagy die Partyreihe “Gestern Nacht” in der Basler Kaschemme, doch sieht sie ihre Aufgaben für die Szene vermehrt an anderen Orten: seit Anfang Jahr ist sie Mitglied im Vorstand des RFV, eines regionalen Musikernetzwerks und Fördervereins.

Weshalb ich persönlich so begeistert von ihr bin? Herzschwester ist trotz ihres Bekanntheitsgrades in der lokalen Szene auf dem Boden geblieben und hat ihre natürliche und sympathische Art nie verloren. In jedem ihrer Sets spürt man ihren eigenen Stil und ihre Leidenschaft zur Musik, so dass sie es immer wieder schafft, das Publikum zu berühren und für unvergessliche Momente zu sorgen. Steht ihr Name auf einem Flyer, kommen die Leute wegen ihr, denn sie wissen, auf was sie sich bei ihr einlassen. Ich hoffe, wir werden weiterhin noch viele Stunden Musik von ihr auf der Tanzfläche hören.

Wer Herzschwester einmal hören möchte, hier ihr Podcast für UBWG <3 



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