Mirko Loko ist definitiv einer der ganz Grossen im Schweizer DJ-Business. Der gebürtige Lausanner, mittlerweile 36-jährig, geht bereits seit dem 17. Lebensjahr seiner Passion, dem DJing, nach. Im Laufe seiner Karriere hat er nebst zahlreichen Gigs weitere Errungenschaften im Bereich der Musik vorzuweisen. Bereits als 18 Jähriger hat er für das Westschweizer Radio Couleur 3 das Programm mitgestaltet und war rund zehn Jahre später mehrere Jahre als Programmassistent für den elektronischen Teil des Montreux Jazz Festivals tätig.

In den letzten Jahren machte Mirko Loko mit diversen Releases auf namhaften Labels wie Cadenza, Visionquest und Desolat sowie seiner Angehörigkeit zu Luciano’s Cadenza-Crew auf sich aufmerksam.

Aktuell ist das dreitätige Polaris Festival, welches im Dezember 2015 erstmalig stattfand (UBWG berichtete) sein Hauptprojekt. Das Festival soll künftig wieder stattfinden; allenfalls sogar mit einer Sommer-Ausgabe unter dem Namen Solaris. Auch musikalisch wird’s um Mirko Loko dieses Jahr wieder spannend – gemeinsam mit Luciano und Cesar Merveille ist er unter dem Projektnamen „CIKAYA“ als DJ-Trio auf Tour.

Heute freuen wir uns, euch einen Podcast des talentierten DJ- und Produzenten präsentieren zu dürfen und hatten gleichzeitig das Vergnügen Mirko Loko einige Fragen zu „seinem“ Vollzeit-Projekt Polaris zu stellen.

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Künstlername: Mirko Loko
Kanton: Waadt
Alter: 36
Homebase: Lausanne
Releases: Visionquest, Cadenza, Planet E, Desolat, Circus Compagny, Border Community, Wagon Repair, Mememto und viele mehr

Salut Mirko und vielen Dank für den tollen Podcast, den du uns zugespielt hast. Wo hast du diesen Mix aufgezeichnet?

Mirko Loko: Wie ich dir bereits im Voraus mitgeteilt habe, musste ich leider einen Mix aus der Konserve nehmen, da es mir mein Terminplan aktuell nicht erlaubt, neue Podcasts aufzunehmen. Der Podcast für euch wurde aber nur einmal live auf einem südamerikanischen Webradio ausgestrahlt und wird nur bei euch online verfügbar sein.


CIKAYA wird exklusiv für lange Sets von mindestens fünf Stunden auftreten.


Bevor wir auf dein „Baby“, das Polaris Festival, zu sprechen kommen eine Frage zu deinem neuen DJ-Projekt „CIKAYA“. Auf was dürfen wir uns da freuen?

CIKAYA ist ein neues b2b-Projekt mit meinen Komplizen César Merveille und Luciano. Wir hatten immer die Absicht, das Ganze weiterzuspinnen als nur die einfachen Afterhours auf Ibiza; deswegen haben wir dieses Projekt lanciert. CIKAYA wird exklusiv für lange Sets von mindestens fünf Stunden auftreten und dies vorzugsweise Vinyl-Only. Um den Übergang zum Polaris Festival zu machen: CIKAYA wird die erste Polaris Compilation mixen, die für Ende 2016 geplant ist. Die Compilation soll als Doppel-Mix-CD, begleitet von einem Vinyl, welches wir an einem gemeinsamen Auftritt diesen Sommer live aufzeichnen werden, erscheinen. Bereitet euch auf das Unerwartete vor!

Vor dem Polaris-Festival gab es eine Polaris-Clubtour, an denen viele renommierte Clubs beteiligt waren, so beispielsweise der Nordstern (Basel), das Rondel (Bern) oder das Bellevue (Zürich). Du warst an sämtlichen Events der Clubtour als DJ präsent. Welcher Stopp auf der Clubtour war dein persönlicher Favorit und wieso?

Eigentlich fast alle. Wir liessen auf den Line-Ups der Clubtour bewusst auch Platz für weitere Schweizer DJs, die auch am Hauptevent spielten. Für mich persönlich, von der musikalischen Seite betrachtet, war der Event mit César Merveille im Nordstern sehr interessant. Es ist immer eine besondere Freude mit einem Artist wie César die Decks zu teilen. César ist ein langjähriger Kamerad mit dem ich viel musikalische Affinität habe. Der Zwischenstopp im Rondel war ebenfalls sehr angenehm; ein wirklich toller Club: der Empfang war fantastisch und der Club ist „magnifique“. Abschliessend hat auch das Bellevue in Zürich für einen wunderbaren Abend gesorgt – dank dem einzigartigen Soundsystem für eine Location in dieser Grösse!

Es ist ja nicht gerade üblich, dass man für ein Festival, das erstmalig stattfindet, gleich eine so gross angelegte Clubtour in den vorangehenden Monaten durchführt. Was ist dein Fazit der „Polaris Clubtour“ in einigen Worten?

Nebst dem Aspekt der Bekanntmachung dieses neuen Festivals mit Support derjenigen Clubs, die für diese Szene unumgänglich sind, war die Clubtour eine gute Gelegenheit die Leute zu erreichen, die unsere Passion für die elektronische Musik teilen. Den ausgewählten Clubs ist für diese Unterstützung und auch generell für ihr Engagement für die Schweizer Clubbingszene zu danken.

Wer hatte die Idee für das Polaris Festival?

Es war eine gemeinsame Lust zwischen Raphael Nanchen und meiner Wenigkeit zusammen ein neues Projekt auszuarbeiten. Wir kennen uns seit 13 Jahren; damals hatte er das Caprices Festival mitgegründet. Wir schwelgten etwas nostalgisch in Erinnerungen an eine sehr aufregende Zeit und der Wunsch sich wieder zusammenzusetzen und an etwas Neuem zu arbeiten, hat sich schliesslich vor rund zwei Jahren auf einem gemeinsamen Tokyo-Trip herauskristallisiert.


Über 700‘000 Zuschauer aus aller Welt haben das Spektakel verfolgt.


War es grundsätzlich ein neuer Impuls oder stand schon lange der Wunsch ein „eigenes“ Festival zu organisieren?

Es war eine Idee, die seit Längerem in unseren Köpfen wuchs. Ich hatte schon immer den Traum an einem solchen Projekt mitarbeiten zu dürfen und Raphael seinerseits hatte Lust, wieder ein Festival zu machen. Das Ganze kam dann sehr natürlich ins Rollen und es ist extrem spannend so etwas in die Tat umzusetzen und zu sehen, wie es konkret wird. Alles hat von Anfang an wunderbar funktioniert und sogar das Wetter mit strahlend blauem, wolkenlosem Himmel spielte mit. Wir hätten uns keinen besseren Verlauf für die Premiere erträumen können.

Dank einer technischen Meisterleistung ist es uns auch gelungen, den Boiler Room live auf der Plattform des Mont-Forts auf 3300m zu übertragen; auf dem bis heute wohl höchstgelegenen Dancefloor der Welt. Über 700‘000 Zuschauer aus aller Welt haben das Spektakel verfolgt, was uns dazu bewegt den Anlass im nächsten Jahr nach Möglichkeit zu wiederholen.

Zudem hatten wir auch Lust für das Polaris Festival eine eigene Bildstrecke mit Bildern von den inversen Bergen zu kreieren, um die Events am Tag in der Höhe sowie in der Nacht in der Talstation zu symbolisieren. Die Bildstrecke wurde von einer jungen New Yorker Künstlerin kreiert, die bereits das Cover für mein zweites Album („Comet Plan“) designte.

Mirko Loko, Polaris, Montagne

Warum habt ihr Verbier als Austragungsort für das Polaris Festival gewählt?

Verbier verfügt über eine dynamische Station mit einer tollen Infrastruktur und somit perfekt unseren Bedürfnissen entspricht. Die Umgebung ist schlicht prächtig. Auch standen die Behörden, Hotels, Clubs und sogar die Bahnbetreiber unserer Idee eines Musikprojekts sehr enthusiastisch entgegen – es war echte Unterstützung da! Verbier ist einzigartig und wir sind sehr glücklich an der kulturellen Entwicklung der schönen Ortschaft mitwirken zu können.

Was sind eure Ziele mit dem Polaris Festival?

Wir wollen mit dem Polaris Festival einen Event schaffen, an dem künftig zu Beginn der Wintersaison kein Weg vorbeiführt. Dabei wollen wir den Schweizern Künstlern eine Hommage widmen und sie ins Zentrum unseres Projekts rücken. Wir wollen ihnen einen ausschlaggebenden Platz in unserer Programmierung geben – es ist wichtig Talente „Made in Switzerland“ in einem solchen Festival zu unterstützen. Es gibt viele talentierte Schweizer DJs und Produzenten, über die das ganze Jahr über – sogar im Ausland – viel gesprochen wird. Für uns ist es Pflicht denen in unserer Programmierung einen wichtigen Platz zuzuschreiben.

Weiter möchten wird nicht dem Trend der ständigen Überbietung via Line-Up folgen; drei bis vier gut ausgewählte Internationale reichen uns bei Weitem – für uns ist es zentral auf dieser Basis zu arbeiten. Wir wollen authentisch bleiben, die Magie des Ortes und die Qualität der Musik müssen für den Rest sorgen.

Kommen wir zur letzten Frage: Du hast es bereits durchblicken lassen, das Polaris Festival, wie auch der Boiler Room sollen wiederholt werden. Uns ist auch schon das Wort Solaris zu Ohren gekommen. Kannst du uns dazu heute schon mehr sagen?

Der Boiler Room war eines der Highlights des letztjährigen Festivals und folglich wünschen wir uns natürlich, diesen aussergewöhnlichen Pre-Event zu einem festen Bestandteil des Festivals zu machen – kombiniert mit weiteren Überraschungen, die für 2016 in Planung sind.

Ich finde es sehr positiv, dass wir bereits auf „Solaris“, ein laufendes Projekt für den Moment, zu sprechen kommen. Wir arbeiten tatsächlich an diesem Gefäss, können für den Moment aber weder bestätigen noch abstreiten, dass es eine Sommerausgabe des Festivals geben wird. Was ich aber sagen kann: es lohnt sich geduldig zu bleiben.

aus dem Französischen; frei übersetzt von Dino Afterhour



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