Was für eine gigantische Schnapszahl – unser hauseigener Podcast feiert seinen 111. Mix. Nachdem die letzten zwei Episoden von Berner Künstlerinnen und Künstlern gemischt wurden, richten wir unser Gehör für die neuste Ausgabe wieder einmal nach Zürich. Dort lebt nämlich Patricia Battegay, besser bekannt als Patrischa. Ein Portrait.


Es ist Sommer. Es ist heiss. Und genau darum fand unser Treffen mit Patrischa draussen, unter der Bahnbrücke, beim Restaurant Viadukt statt. Gleich neben an, auf der Josefwiese, planschen Kinder im Wasser und Pärchen geniessen händchenhaltend die letzten Sonnenstrahlen dieses herrlichen Sommertages. «Geliebt habe ich die Musik schon immer. Im Alter von etwa 15 Jahren entdeckte ich dann die elektronische Musik für mich. Damals dachte ich aber noch nicht daran, irgendwann selbst aufzulegen» meint Patrischa zu ihrem ersten Kontakt mit elektronischer Musik. «Ich war aber schon immer ein absoluter Musikfanatiker. Als Kind spielte ich Geige und Gitarre.»


Patrischa (Naturklang)


Heute ist Patrischa Resident im Hive und legt mindestens einmal im Monat an der Geroldstrasse auf. Ihr Zuhause ist und bleibt aber Naturklang. «Felix Ruoff (Labelchef von Naturklang Anm. d. Red.) hat mich von Anfang an unterstützt. Er war auch einer der ersten, der auf ein Set von mir auf Soundcloud reagiert hat. Nachdem ich ein paar Mal an seinen Partys gespielt hatte, fragte er mich, ob ich ein Teil von Naturklang werden wollte.»

Was für Patrischa mit ihrem Engagement bei NK folgte, waren zahlreiche Gigs, unteranderem an den eigenen Naturklangfestivals, Partys in der Ambossrampe oder anderen Showcases. Dazu feiert das Label diesen Sommer sein fünfjähriges Bestehen mit vier Clubnächten im Hive, dem Nordstern sowie der Wiener Pratersauna und dem Club der Visionäre in Berlin. «Berlin muss ich leider auslassen», sagt Patrischa schon fast ein wenig wehmütig und fügt aber gleich an: «Es ist aber wirklich cool mit allen unseren Residents und ich freue mich sehr auf die anderen drei Gigs, auch wenn es heavy wird!»


Patrischa (Bild von Naturklang)


Die Fähigkeit von Patrischa liegt darin, ihr Publikum zu lesen und dementsprechend zu reagieren. Das heisst aber nicht, dass man ihr kein Stil zuschreiben kann. Ihre Sets kennt man von treibenden, nach vornepeitschenden Tracks, die sich meist nahtlos aneinanderreihen. Holpern oder ein bisschen Off-Sync? Fehlanzeige. Dass dies nicht unbedingt notwendig ist, um als DJ erfolgreich zu sein, scheint Patrischa eher wenig zu kümmern. Bei ihr ist es einfach so.

In Sachen eigener Musik lässt sich die 30-jährige Plattenlegerin dennoch Zeit. Obwohl sie so viel Zeit wie möglich in ihrem Studio in Zürich-Wipkingen verbringt, fühle sie sich noch nicht bereit, ihre erste Veröffentlichung zu feiern. «Ich muss noch mehr Erfahrungen sammeln. Es sind zwar schon ein paar gute Ansätze vorhanden, aber irgendwie sind die noch zu wenig ausgereift. Ich möchte einfach nicht nur etwas veröffentlichen, damit es veröffentlicht wurde.» Um ihr Wissen zu vertiefen, sass Patrischa die letzten paar Monate vermehrt mit erfahrenen Produzenten zusammen. Dazu reduziert sie ab August ihr Arbeitspensum, um noch mehr Zeit im Studio zu verbringen. Man darf also gespannt sein.


Patrischa (Naturklang)


Die ganze Diskussion um Sexismus im Nachtleben nimmt Patrischa zwar wahr und empfindet sie als wichtig, fühlt sich aber nicht benachteiligt. Die Entwicklung gehe in eine gute Richtung. «Klar, muss man manchmal gegen gewisse Vorurteile ankämpfen, aber es gibt immer mehr Organisationen, wie zum Beispiel Les Belles De Nuit, die sich für Frauen einsetzen.» Ganz vom Tisch wischen, mag sie das Thema aber dann doch nicht. «Es gibt schon Kolleginnen von mir, die sich manchmal etwas anhören lassen müssen. Bei mir ist das zum Glück noch nie passiert. Das kann aber auch damit zu tun haben, dass ich mich immer mit vielen Männer unterwegs bin (lacht).»

Dem Sommer blickt Patrischa vielgespannt entgegen. «Ich liebe den Sommer und die damit verbundenen Daytimer. Dazu schliesst sich mit dem Naturklang-Gig in Nordstern eine Art Kreis für mich, weil ich mit unserem Label in meiner Heimat spielen kann. Das fühlt sich gut an.»

Für Unsere Beweggründe mischte Patrischa ein knapp zweistündiges Set, das sich hervorragend als Warm-Up für eine lange Nacht eignet. Viel Spass damit!

Patrischa auf Soundcloud
Patrischa auf Facebook




Anzeige

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.