Es gibt sie noch: junge und begeisterungsfähige Leute, die sich voll und ganz der Schallplatte verschrieben haben. So ist auch Roman, unser heutiger Gast in der ubwg.ch Talents Mixreihe, ein Vinyljunkie sondergleichen. Der junge Zürcher DJ mischte uns ein rund einstündiges, treibendes Set und stellte sich unserem kurzen Q&A.

Roman auf Soundcloud


Künstlername: Roman
Kanton: Zürich
Alter: 22
Homebase:
Supermarket

Erste Platte: Meine allererste Platte war von (io) Mulen und zwar die „Rediant EP“ auf Recycle Records. Davor hatte ich natürlich Unmengen an digitalen Tracks auf Beatport gekauft, aber ich würde behaupten, dass ich zu dieser Zeit noch nicht viel vom Genre verstanden habe.

Mein erster Gig: Supermarket, März 2014.

Secret Weapon: Na dann wäre sie ja nicht mehr secret oder? 🙂 Da gibt es eine Scheibe in meiner Sammlung, die zu jedem Zeitpunkt des Abends für gute Stimmung sorgt. Sie ist von „Melik“ und das Ding wurde im Jahr 2001 veröffentlicht. Man findet sie auf Discogs – also die Jagd ist eröffnet.

Ich lege auf mit: Hauptsächlich mit Vinyl und ab und zu auch mal digital. Ich spiele aber nicht gerne mit Multimediaplayer, da es mich einfach langweilt. Man muss nichts können, um ein 1A CDJ-Set hinzuknallen und zudem findet man die richtig guten Releases nur analog. Dennoch will ich die digitale DJ-Welt überhaupt nicht verpönen, weil der lästige Platten-Koffer echt auf die Nerven gehen kann und mit einem USB-Stick ist man halt viel flexibler. Ich persönlich sehe aber ansonsten nur Vorteile bei Vinyl. Vor allem ist die Wiedergabequalität um einiges höher im Vergleich zu WAV und AIFF. Ehrlichgesagt fühle ich mich aber in Clubs mit Vinyl einfach noch nicht 100% sicher, aber das kommt bestimmt noch. Ich hantiere erst seit ca. einem Jahr am Plattenspieler herum und für das schlage ich mich schon recht gut, behaupte ich.

Mein Lieblingsgetränk während dem Auflegen: Bier. Es ist für mich das THC unter den Getränken. Nicht zu stark, aber dennoch angenehm spürbar und man ist nicht zu schnell betrunken. Gerade als DJ sucht man oft nach einer Beschäftigung zwischen den Übergängen und läuft somit der Gefahr auf, zu tief ins Glas zu schauen.

Meine Musik: Ich würde meine Musik grundsätzlich als vielseitig bezeichnen. Meiner Meinung nach ist es extrem schwierig, die genaue Genre-Bezeichnung zu nennen, da alles Ansichtssache ist. Allgemein ist House nicht straight gegliedert, sondern unterteilt sich in noch so viele Sub-Genres, die sich enorm und doch zugleich nur minimal voneinander unterscheiden. In meiner Platten-Sammlung stösst man hauptsächlich auf klassischen House, minimalistischen House, aber auch viel psychadelic Rock, den ich natürlich nicht in Clubs spiele.

Mein heutiger Mix ist: Sehr verträumt, was mein aktuelles Befinden widerspiegelt.

Das treibt mich an: Mein Hauptantrieb ist der Zürcher Durchschnittsclubber, da er meiner Meinung nach so gut wie keine Ahnung von House hat. Ich möchte genau jenen Menschen den etwas tieferen und monotoneren House näher bringen und ihnen zeigen, dass dieses Genre noch viel mehr zu bieten hat, als sie vielleicht bis anhin dachten. Meiner Meinung nach ist die Szene in Zürcher viel zu oberflächlich ist, was die Musik angelangt. Wenn man Zürich mit Städten wie Paris, London und dem ganzen osteuropäischen Raum vergleicht, stellt man fest, dass da noch viel Luft nach oben ist.

Meine Top 3 in Zürich: Zu dem Stichwort „Top“ in Verbindung mit Zürich fällt mir immer zuerst Mountain People ein. Produktionsmässig gibt es nichts, aber auch wirklich gar nichts, dass ansatzweise an diese zwei Herren herankommt. Des Weiteren möchte ich an dieser Stelle den Supermarket nennen, der Meinung nach einfach den besten Mittelweg zwischen Underground und den etwas bekannteren Acts gefunden hat Zu guter Letzt noch der alte botanische Garten.

Salon Rouge bedeutet mir: Salon Rouge ist ein Versuch mehr Qualität bezüglich Musik nach Zürich zu bringen. So etwas hochzuziehen mit Acts, die nur wenige kennen, ist einfach sehr schwierig und wir haben uns das Ganze zugegebener Weise auch ein wenig leichter vorgestellt, als sich herausgestellt hat. Aber wir geben nicht so schnell auf. Bisher war der Salon Rouge zu Gast im Hive in der Tanzstube und einmal im Supermarket. Dieses Wochenende versuchen wir uns in Sofia und haben uns vorerst entschieden keine weiteren Veranstaltungen in Zürich durchzuführen, zumindest nichts Grosses. Von uns wird man aber früher oder später bestimmt wieder hören.

Bestes Erlebnis beim Auflegen: Das war definitiv letzten Sommer bei meinen Freunden von Neumuet. Sie veranstalteten eine Daytime-Party direkt am See in Männedorf und ich durfte da das Closing spielen. Die Location war nicht zu toppen und gegen den Schluss entstanden sehr gute Vibes. Die Jungs beheimaten übrigens im Dezember auch den Supermarket mit einem bombastischen Line-Up – also nicht verpassen!

Schlimmstes Erlebnis beim Auflegen: Ich hatte bis jetzt eigentlich noch nie schlimme Erlebnisse beim Auflegen. Ich kann mich erinnern, dass ich während meines Sets im Hive ausversehen mit etwas Schwung an den Plattenspieler gekommen bin und somit herrschte eine kurze Verwirrung unter den Besuchern aber das pendelte sich schnell wieder ein. Kann jedem passieren.

Liebste Zeit zum Auflegen: Intros mag ich sehr, da ich zu dieser Zeit auch Tracks auspacken kann, die sehr in die Tiefen gehen. Am liebsten spiele ich aber ab 04:00 Uhr, weil die Besucher dann extrem offen für Neues sind.



01) Herbert – See You On Monday
02) S.A.M – Descend To Ascenday
03) Hostom003 – A1
04) Giash – Wind Up Bird
05) Fabe – T-Cracj Suey feat. Toby
06) John Dimas – Cloud City
07) Mandar – Wet Paul
08) Cab Drivers – Correspondance
09) Giammarco Orsini – On The Floor
10) Audiotheque – Connecting People
11) MOI004 – A1


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