SOAME. Der Name allein lässt einen mittelafrikanischen Stammesältesten vermuten, doch wer an einen solchen denkt hat weit gefehlt. SOAME, das ist Swissness pur. Der Zürcher DJ und Produzent, der unter anderem hinter dem Arosa Electronica Festival oder der alljährlichen Backyard Hype an der Streetparade steht, hat in den letzten Jahren mit zahlreichen Veröffentlichungen auf Esance und Colour Series, dem Label des We Love Space Residents Jem Haynes, von sich reden gemacht. Ihre neuste Scheibe, die Change EP, steht ihren vorgängigen Releases in Puncto Relevanz in nichts nach.

Bereits mit Track Nummer 1, Light, wird deutlich, dass SOAME und Jem Haynes es ernst meinen mit House. Light ist eine ziemlich ohrwurmige Nummer mit ordentlich Zug nach vorne, wabernder Bassline, und punchy Synthriffs. Nicht ohne Grund wurde die Nummer von Pete Tong in seiner berühmten BBC1 Radioshow und von Anja Schneider im Pacha Barcelona über die Speaker gejagt.

Tack Nummer 2 ist ein Remix aus dem Hause David Keno, für den nicht auf der EP enthaltenen Track Lake. Auch wenn die Synthesizer an Marijus Adomaitis’ alias Ten Walls’ alias Mario Basanov’s Elefantenzirkus von 2014 erinnern, hat der Track eine ganz eigene Dynamik. Eine techig-housige Tanznummer, gespickt mit aus dem Tribal entlehnte Percussions und einer schraubenden Hi-Hat.

Tack Nummer 3 und Namensgeber ist Change. Wer schon in der Bar25 oder in einem ihrer felinen Nachfolger war, dem kommt die Atmosphäre ziemlich sicher bekannt vor. Verspielt, gar ein wenig verträumt, drückt der Kick die gefühlsechte Bassline voran und – ergänzt um ein Gesangssample und einer schönen Gitarre – wird so zu einem Track für die nicht mehr ganz so frühen Morgenstunden voller Glitzer und Magie.

Der vierte Titel auf der EP ist Force. Und nach Force tönt er auch. Oder eher: nach Star Wars. Mit trancigen bis technoiden Synthesizern macht der Track weite Flächen auf, bleibt dabei aber immer auf der reduzierten Linie, die ihm Kick und Hi-Hat vorgeben. Eine ausserirdisch tanzbare Geschichte.

Den Abschluss der EP macht ein Track der Gattung „ Sonntag-Nachmittag-Rave“: Bounce. Ein reduziertes Pianoriff begleitet einen reduzierten Vocalsample, eine dumpfe Bassline drückt unter verschwommenen Claps und Hats und zeichnet so ein Bild von halbdunklen Räumen, stickiger Luft und warmen, tanzenden Körpern in den Kopf.

Change EP auf Beatport
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