Unser Redakteur Yannick Lippuner aka And Hazel verbrachte eine Woche am Arosa Electronica 2019 – als Gast und DJ. Ein Erfahrungsbericht.

Die gewundene Strasse ins beschauliche Arosa liegt eingebettet in dicke Schneeschwaden still da und leitet den Weg in die Höhe. Ich kenne sie gut, diese Strasse, denn ich befahre sie zum vierten (oder fünften?) Mal in Folge, um mich für eine Woche in den weissen Weiten des Schanfigger-Tals zu verlieren.

Auch wenn die Fahrt meinem Magen so einiges abverlangt, lohnt sie sich. Denn oben angekommen, kehre ich am Sonntag im Provisorium ein. Dort warten – wie jedes Jahr – altbekannte Gesichter mit einem breiten Grinsen und einer Flasche Prosecco auf mich. Es fühlt sich wohlig warm nach Zuhause an. Nach Glas Zwei setzt bereits ein dezenter Rausch ein, worauf prompt Zimmer 12 eingeweiht wird. Das Arosa Electronica ist für mich offiziell eröffnet.


(Bild: Jan Hedlund)

Am Abend spielen im Provisorium direkt Mathias Kaden, Markus Homm und Mihai Popoviciu. Welch fulminanter Start! Es wird getrunken, gelacht und es werden Räubergeschichten von den zwei Vortagen in der Lenzerheide erzählt. Es muss auch dort ziemlich lustig gewesen sein. Mindestens so lustig ist es auch in Arosa und darum ist gegen 5 Uhr morgens dann auch Schluss, man will ja den nächsten Tag auch geniessen können.

Konnte ich aber nicht: Kater des Grauens. Also ab zum Supermarkt, Katerfood kaufen und zurück ins Bett. Bravo, bravo, gut gemacht. Dafür bin ich dann abends umso fitter und freue mich auf mein erstes Set der Woche im lovely Lamm & Leu. Die Stimmung ist super, die Anlage passt, die Menschen tanzen – es ist toll. Doch getrunken wird sachte, denn am Dienstag geht es hoch hinaus auf die Hörnlihütte. Ergo erneut zeitig ins Bett, denn dafür will ich fit sein.

Arosa im Wetterglück

Und es lohnt sich: der Himmel reisst auf und es ist – auch wenn es eisig kalt und da und dort etwas bewölkt ist – ein wunderschöner Tag. Man möchte sagen, Petrus ist ein Raver. Und das bewahrheitet sich denn auch, denn die folgenden 3 Tage sind von strahlender Sonne geprägt.

Ob auf der Sit-Hütte mit Einmusik und PAJI, auf der Isblaatere mit Sascha Braemer und Jimi Jules oder in den frühen Morgenstunden auf dem Weisshorngipfel mit atemberaubender Aussicht übers Bergpanorama, es zeigt sich keine Wolke am Himmel. Entsprechend ausgelassen ist die Stimmung, Arosa ist in vollem Gange.


(Bild: Jan Hedlund)
(Bild: Jan Hedlund)

Am Donnerstag trudelt dann auch die ganze Zürcher Rave-Gemeinde ein, um dem Wettergott zu huldigen und so wird das Weisshornfest zu einer äusserst familiären Angelegenheit. Doch danach ist für mich Schluss und das ist auch gut so. 5 Tage Arosa fordern ihren Tribut und so fahren wir am Freitag nach einer herzhaften Mahlzeit im Güterschuppen zurück nach Zürich: todmüde, übernächtigt, immer noch betrunken, aber vor allem eines: unglaublich glücklich.


(Bild: Jan Hedlund)

Merci

Das Arosa Electronica hat sich erneut als das für mich schönste Festival der Schweiz präsentiert. Mit Farben und Freude, mit Liebe und Gelächter, mit Herz und einem untrüglichen Gespür für die feinen Momente im Leben. Als alter Arosa-Hase kann ich sagen: es ist mir jedes Mal ein inneres Blumenpflücken, zwischen verschneiten Gipfeln und zufriedenen Gesichtern zu tanzen. Und wer noch nie da war: Nachholbedarf. Nächstes Jahr gibt’s ein Neues und es wird – so bin ich mir sicher – genauso magisch wie alle anderen davor.

Tausend Dank, Arosa Electronica, du warst einmal mehr überragend.

Bis nächstes Jahr, du Prachtstück.

Ich lieb di!



Titelbild und Bilder: Jan Hedlund


Anzeige

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.