Schon über eine Woche ist es her, dass im französischen Étang-sur-Arroux das Festival Château Jolifanto stattfand. „Time flies, but memories last forever“ oder so ähnlich… Immer noch schwelge ich in Erinnerungen, immer noch finde ich Glitzer in sämtlichen Körperöffnungen, immer noch leicht verballert, wünsche ich der Verkäuferin um 10 Uhr morgens einen schönen Abend. Als Burgfräulein spielt Zeit halt keine Rolle. Doch langsam aber sicher bin ich back to life, back to reality. Mit gebürtigem Abstand versuche ich das Unbeschreibliche in Worte zu fassen. Eine Hommage ans Château Jolifanto.


Mitten im schönen Burgund (da wo der Wein herkommt), in der Nähe von Dijon (da wo der Senf herkommt) liegt das wunderschöne Schloss Château De Fourgette, einst gekauft von Hive-Schlossherr Nicola.

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Nach steilem Anstieg über Stock und Stein erreicht man ein Schloss, das seinem Namen alle Ehre macht. Mit schönen Türmchen, gemusterten Dächern, Fähnchen im Wind, umgeben von einem Burggraben (mit Wasser drin und Krokodilen, echt jetzt!) und einer Kapelle.

Bei Ankunft war die Party schon in vollem Gange. Am Ende des Pools spielte DJ Lifestyle seine Songs to make love to. Im Pool tummelten sich die ersten Partywütigen auf aufblasbaren Reifen, Einhörnern und Luftmatratzen und ein selbsternannter Bademeister fischte Glitzerschnipsel aus dem Wasser. Weiter unten am Tümpel entstand ein Floor par excellence. Am LOVETREE gab’s eine Stube mit Vintagemöbeln und Terrasse, ein übergrosses Kaleidoskop zum drin verlieren (literally), eine Chill-Out-Komfort-Zone mit elektrischem Sternenhimmel (falls der echte mal pausierte), ein beheiztes Planschbecken und eine Seilbahn über den See zur Secret Island. Dort verwandelten De Broeders und Vreemde Vogels aus Amsterdam die kleine Insel in ein majestätisches Paradies. Verzichtete man auf die Seilbahn und traute sich auf den gefährlichen Pfad des Todes, warteten Smoothies und Live Musik.

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The Sound of Magic

Getanzt wurde am LOVETREE zu Acts wie Ninze & Okaxy und Maes vom Leipziger Label Laut & Luise oder Jackson und Sari von Nomade. Aber leider nur bis 21 Uhr, um den Frieden mit den umliegenden Burgherren zu wahren.

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Doch nach Sonnenuntergang ging’s dann erst richtig ab… Zurück im Schloss konnte man auf drei Floors das Tanzbein schwingen. Zur rechten erstreckte sich der SALON, den die Basler Wunderland Crew in einen regelrechten Dschungel verwandelte. Hier spielten DJs wie Kleintierschaukel, Lake People, Dreams & Von Party und Der Mädchen & Das Junge. Links davon wurde im SALLE DE BAL performt, gezaubert und getanzt zu Parra for Cuva, Wide Awake und Kerala Dust.

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Unter der Erde im SOUS-SOL lud die Mumu an der Wand zum Techno-Tanz mit den Miteinander-Boys Manuel Fischer und Nici Faerber sowie den Jungs vom Dresdner Label Uncanny Valley.

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Wem es beim Adel irgendwann zu bunt wurde, der hüpfte über den Burggraben zur CHAPELLE. Wie auf Wolken (weil Flockati auf dem Boden) konnte man in der Kapelle breaken, stampfen und schweben zu Acts wie Jamie Shar, Sven Thomas oder Tara aus Genf.

Tagsüber wurden einem an diesem heiligen Ort majestätische Erinnerungen unter die Haut gejagt. Tattoo-Artists Kooni und Studio Banlieu zeichneten extra fürs Château (weil Dada und so) wilde und abstrakte Formen, Gestalten und Konturen. Jedes Tattoo wurde einmal gestochen – D’r schnäller war d’r gschwinder.

Tafelrunden und Zaubertränke

Fürs leibliche Wohl wurde selbstverständlich ebenfalls gesorgt, auch Jolifanten müssen irgendwann mal essen. Verschiedene Foodtrucks und Caterings sorgten Tag und Nacht für Süsses, Salziges, Veganes, Vegetarisches und Fleischiges. Mit von der Partie war Hot Doggy, Thierry’s Krêpmobil und Ok Brothers. Zum Frühstück gabs ein reichhaltiges Brunchbuffet. Und wer sich andersweitig stärken wollte, durfte neben dem LOVETREE beim weissen Hexenzirkel einen Zaubertrank probieren und sich unter dem magischen Zelt vom Trubel erholen. An der Bar mixten rund um die Uhr hübsche Burgfräuleins und edle Ritter leckere Cocktails mit Passionsfrucht, Basilikum und Ingwer-Zitrone.

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Wer sein Glück herausfordern wollte, der konnte sich in der Nacht von Samstag auf Sonntag auf die Suche nach dem Portal zum Casino in den Schlosskatakomben machen. Nicht viele kamen dort an, doch wer weise und wachsam war, dem öffnete sich das Spiel um ewiges Glück.

Ein Lanzenschlag später wars dann plötzlich auch schon wieder Sonntag… Zeit an Festivals ist halt relativ und drei Tage in Saus und Braus vergingen mal wieder wie im Fluge. Zum Glück spielten die Zürcher Urgesteine Jules et Spatz dann noch ein wunderschönes Closing im LE JARDIN. So konnte man sich nach einem fabelhaften, fulminanten, unübertreffbaren Festivalwochenende noch mal so richtig austanzen.

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DANKE, DANKE, DANKE

Liebe Charlotte La Chapardeuse, liebe Oberjolifanten, liebe Karawane, lieber Hugo Ball, liebe Helferinnen und Helfer, liebe Ritter, Burgfräuleins und Hofnarren, liebe ALLE, es war eine riesengrosse Freude und ein unglaubliches Fest. Danke für alles! In diesem Sinne, weil’s so Dada war und weil’s eh keiner versteht: Jolifanto bambla ô falli bambla!


Fotos: Sammy Bacca, Marleen FittererStefan Tschumi, Luis Balzer.

Das komplette Line Up:

Break SL (Uncanny Valley, Dresden)
CVBox (Uncanny Valley, Dresden)
David Mears (Urban Cosmonaut Radio, Nizza)
Der Mädchen Das Junge (Girls auf Chill)
Dreems (Multi Culti, Australia)
Edward (Giegling, Berlin)
Heimlich Knüller (Garbicz, Berlin)
Jackson (Casa Yungay, Nomade, Argentina)
Jacob Korn Live (Uncanny Valley, Dresden)
Jacob Stoy (Uncanny Valley, Berlin)
Jascha Hagen (Laut & Luise, Leipzig)
Johannes Ton (Laut & Luise, Berlin)
Jules & Spatz (Kalabrese & Jimi Jules)
Kerala Dust Live (Laut & Luise, London)
Khidja (Hivern Discs, Malka Tuti, Bucharest)
Kleintierschaukel Live (Laut & Luise, Berlin)
Lake People Live (Mule Musiq/Permanent Vacation, Leipzig)
Maes (Laut & Luise, Hamburg)
Man Power (Me Me Me, UK)
Mono Abe Live (Chile/Berlin)
Monumental Men (Bern)
Ninze & Okaxy (Laut & Luise, Leipzig)
Parra for Cuva Live (Berlin)
Uncanny Valley Soundsystem (Philipp & Carl)
Von Party (Multi Culti, Montreal)
Wide Awake Live (Laut & Luise, Leipzig)
Ana Nicole (Club des Astronomes, Geneva)
Andreas Zuckerman (Wunderland, Basel)
Arnika Solo (Zurich)
Arutani & Rafeeq (Akumandra, Basel)
Cococash & Bronko (Roseville, Zurich)
DJ Lifestyle (Zurich)
Douala (Blurp, Zurich)
Flamîngo (Wunderland, Basel)
Furka (Club des Astronomes, Geneva)
George Du Poisson (De Broeders, Amsterdam)
Jacques Obsone & Nebukat Nezar (Schieff Musik, Zurich)
Jamie Shar (Hinterhof, Basel)
Lore Bangels (Roseville, Zurich)
Luke Redford (MM/Kauz, Zurich)
Maloon TheBoom (Boyoom, Zurich)
Manuel Fischer (MM/Ozelot ltd., Zurich)
Marc Feldmann (MM, Zurich)
Markus Kenel (Arche, Zurich
DJ Mathis (Zurich)
Miles Singleton Live (Boyoom, Zurich)
Nebur (Lovetree, Zurich)
Nici Faerber (MM/Klaus, Zurich)
Nico Sun (Arche, Zurich)
Nicola Noir & Santarico (Schieff Musik, Zurich)
Nkelo (Zurich)
PJ the DJ (Wunderland, Basel)
Prioleau (MM/Ozelot, Zurich)
Rearte (MM, Zurich)
Rolf Saxer (Saalschutz, Zurich)
Sari (Nomade, Zurich)
Sentiment (Miras, Zurich)
Stiglitz (Insel, Luzern)
Story of Tides (Trinidad/MM, Bern)
Sven Thomas (Arche, Zurich)
Tara (Club des Astronomes, Geneva)
Unda De Sango (Boyoom, Zurich)
Wie’l Calimbo (De Broeders, Amsterdam)

Performances:
ICH BIN WACH
von Menschen und dem Mond

 

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