Unsere Redakteurin Aline hat in anonymer Begleitung das Polaris Festival 2018 besucht. Naja, nicht das ganze Festival, aber immerhin einen Teil davon. Und bevor wir ins neue Jahr starten, ist es an der Zeit, darüber zu reden. Ein «vor Ort» Bericht.

Irgendjemand hat mal gesagt, rede nur, wenn du gefragt wirst. Heisst also konsequenterweise: Mach etwas, wonach man dich fragen kann. Gesagt, getan. Mit meinem Gspändli bin ich aus dem tiefen Osten in den sonnigen Südwesten der Schweiz gereist. Zuversichtlich – und zugegebenermassen mit prometheischen Erwartungen angesichts der letztjährigen Ausgabe – Grosses zu erleben. Etwas, wonach man mich dann eben fragen kann.

Neuer Veranstaltungsort und längere Spielzeiten

Die vierte Ausgabe des Festivals wartete dieses Jahr mit einem neuen Veranstaltungsort auf. Mit der neuen Location auf Les Esserts konnten die Veranstalter die Spielzeiten bis 2 Uhr ausdehnen. Dies kam so manchem Festivalbesucher zu Gute – auch uns.  Etwas angeschlagen von der langen Anreise und zwei Flaschen Chablis später machten wir uns am Samstag also auf zur neuen Location. Das Line-up wartete am dritten Festivaltag nebst lokalen Künstlern wie Ngoc Lan und Sassy J mit den Detroit-Grössen Kyle Hall, Jay Daniel, Rick Wilhite und Carl Craig auf uns. Wenn man mich fragt, ein durchaus gelungenes Booking.


Ausgelassene Stimmung am Polaris Festival 2018 (Bild: Costantino Bedin)

Zwei Bekanntschaften und einige Zigaretten später befanden wir uns bereits inmitten des ausgelassenen Partyvolks. Die Sounds der Detroit-Delegation beeindruckten mit ihrer enormen Vielfältigkeit. Allesamt getrieben durch lebendige und enthusiastische Elemente. Eine persönliche Überraschung an diesem Samstag: Rick Wilhite. Er schaffte es, zwischen verschiedenen Genres gekonnt hin- und herzuspringen und uns alle 10 Minuten einen völlig anderen Vibe zu verpassen.

Nach Carl Craigs gelungenem Closing dislozierten wir – mit einigen Umwegen – ins Farinet, eine der beiden offiziellen Off-Locations des Festivals. Der verhältnismässig kleine Club war eine durchaus willkommene Abwechslung zum Big-Room-Feeling auf Les Esserts. Unser Bekanntenkreis hatte sich mittlerweile um einiges vergrössert und unsere Zurechnungsfähigkeit um einiges verkleinert. Wir schafften es gerade noch auf Lamaches Set. Während wir unsere Tanzkünste zum Besten gaben, tat es uns dieser mit seiner Musik gleich. Der gebürtige Franzose und Kopf hinter dem Label Discobar punktete mit minimalistischem, subtilem und unaufhaltsamen Sound. Um 4 Uhr war dann offiziell Schluss. Nicht für uns – obwohl das vielleicht besser gewesen wäre. Nach einem kurzen Zwischenstopp im Hotel wackelten wir also an die nächste Fete. Darüber zu sprechen, lassen wir an dieser Stelle aber besser sein. Überspringen wir also einige Stunden:

Auf Samstag folgt Sonntag

Trotz unseres lädierten Zustands schafften wir es am Sonntagnachmittag nochmals in die Höhe. Ein kurzer Futterstop im Voraus lieferte die dazu notwendige Energie. Nach den Sets von Mirko Loko b2b Dj Reas und Laurent Garnier verliessen uns aber die Kräfte endgültig und so brachen wir noch vor Nina Kraviz’ Auftakt auf. Wir bitten an dieser Stelle um Verzeihung. Den kurzen, aber intensiven Sonntag beendeten wir also mit einer vierstündigen Heimreise, die sich – Schlafmangel sei dank – als sehr kurzweilig gestaltete.


Laurent Garnier am Werk (Bild: Pierre Niedegger)

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ein Vergleich mit der letztjährigen Ausgabe an dieser Stelle angebracht ist. Ich glaube nicht. Denn irgendwie wars nicht vergleichbar. Nicht im negativen Sinne, im Gegenteil, es waren zwei durchaus gelungene Tage. Das Polaris Festival schafft es, in einem mittlerweile unüberschaubaren Angebot an elektronischen Events immer wieder herauszustechen. Eine ausgewogenes Line-up aus Neuentdeckungen und festen Grössen der elektronischen Musikszene macht das musikalische Erlebnis spannend. Hinzu kommt der einzigartige Veranstaltungsort inmitten eines fantastischen Bergpanoramas. Unbeschwert, zeitgemäss und einfallsreich. Das Festival bleibt sich treu und zu hoffen ist, das dies auch zukünftig so bleibt.


Gelungene Dekoration auf der Hauptbühne am diesjährigen Polaris Festival (Bild: Constantino Bedin)

Bildquellen: Polaris Festival Facebook-Seite (Costantino Bedin / Pierre Niedegger)


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