Das Rakete Open-Air 2018 ist passé. Geblieben sind schöne Erinnerungen und wunderbare Momente eines Events, der von A bis Z die tanzfreudigen Gäste überzogen hat. Aber alles der Reihe nach – beginnen wir von vorne.

Das Line-Up, welches rund drei Monate vor dem Festival bekannt gegeben wurde, hatte es in sich. Eine feine Mischung zwischen internationalen Hochkarätern und regionalen Künstlern garantierte schon im Vorfeld für feinste elektronische Tanzmusik. Mit Âme, Stephan Bodzin und Rodriguez Jr. wurden drei Live-Acts der Kategorie «Extraklasse» gebucht. Dazu wurde Edu Imbernon aus Valencia eingeflogen. Auf den Spanier, bekannt für seine energetischen, gefühlsvollen und gleichzeitig melodischen Sets, durften sich die Gäste ebenfalls freuen. Dazu kamen jede Menge Schweizer DJs, die aufgeteilt auf zwei Floors, ihr Können ebenfalls unter Beweis stellen konnten. Nachdem das Line-Up 2017 mit dem deutschen Techno-Pionier Sven Väth und dem Scotsman Jackmaster angeführt wurde, haben die diesjährigen Namen mindestens gleich viel versprochen.



Gestartet hat der ganze Spass um 13:00 Uhr. Alles war angerichtet und die Party konnte losgehen. Der Main Floor sowie der Second Floor waren mit viel Liebe zum Detail verziert worden. Der dritte Floor „Die kleinste Disco der Welt“ wurde ebenfalls sehr schön ausgeschmückt. Genau wie wir es uns von den dutzenden Rakete-Events gewohnt sind. Die Location – das Horn Richterswil – direkt am Zürichsee hatte nur so zum Verweilen eingeladen. Badefreudige Gäste konnten sich im Zürichsee bei angenehm sommerlichen Temperaturen von rund 25 Grad abkühlen. Dies war in den vergangenen Jahren nicht der Fall. So hatte man die Bewilligung offiziell baden zu können in diesem Jahr zum ersten Mal ergattern können. Ausserdem haben zahlreiche Foodstände den Hunger von mehreren tausend Gästen gestillt. Von Dutch Hot Dogs über Burger bis hin zu vegetarischen Gerichten hatte es für wirklich Jeden und Jede etwas dabei.

Aus Fehlern gelernt

Die Komplikationen an den Bars und Toiletten, welche nach der letztjährigen Ausgabe einen regelrechten Shitstorm auf Facebook ausgelöst hatten (ubwg berichtete), sind auf dieses Jahr verbessert worden. Mehr Bars sowie mehr (Bar-)Personal haben geholfen die Wartezeiten stark zu verkürzen und die Gäste zufriedenzustellen. Die Anzahl der zur Verfügung gestellten Toi Toi’s ist auch erhöht worden und somit haben sich auch hier kaum Schlangen gebildet.

Das OK-Team hatte also die richtigen Schlüsse aus dem Vorjahr gezogen. Eines der Festival-Highlights dieses Sommers wurde im Vorfeld also gut organisiert und man hatte sich ausgezeichnet vorbereitet.


Rakete Open-Air Stephan Bodzin


Die tanzfreudige Community konnte sich auf der Main Stage auf den Nachmittagsauftritt von Stephan Bodzin freuen. Die Vorfreude auf das Live-Set des experimentierfreudigen deutschen Technoproduzenten war der Tanzgemeinde anzumerken. Der Bremer, der schon mit führenden Namen der Branche wie Oliver Huntemann oder Marc Romboy zusammengearbeitet hatte, elektrisierte das Schweizer Publikum und versetzte es zumindest teilweise in Ektase. Während seines rund 90-minütigen Auftritts hatten seine grössten Hits wie «Singularity» oder «Zulu» ihren Platz und begeisterten die Besucher. Auch erwähnenswert war zum Beispiel eine neuere Produktion: sein Remix für Tale Of Us & Vaal’s «Monument», welchen er gegen den Schluss gespielt hatte, war nur einer von unzählig tollen Momenten eines gut ausgedachten Sets. Der Grundstein war also gelegt. Konnte es wirklich noch besser werden?


Rakete Open-Air Stephan Bodzin


Das Ruder auf der Main Stage wurde von Kellerkind übernommen. Und der Solothurner hatte da angefangen, wo Stephan Bodzin aufgehört hat – die Crowd zum Tanzen zu bringen. Zeitgleich hat sich Definition auf der Second Stage in die Herzen der Tänzer und Tänzerinnen gespielt. Somit ist auch dort die Warm-Up Stimmung spätestens nach dessen zweistündigen DJ-Sets verflogen.

Mit dem Einbruch der Dämmerung wurde auch die Stimmung immer ausgelassener. Auch die letzten Gäste hatten in der Zwischenzeit den Weg nach Richterswil auf sich genommen. Zu der guten Stimmung beigetragen haben auch die Lokalmatadoren Animal Trainer, die sehr gut einzuschätzen wissen, was das regionale Publikum hören möchte. Während zwei Stunden hatten die zwei den Grundstein für den Auftritt von Frank Wiedemann alias Âme vom Berliner Kultlabel Innervisions gelegt. Frank ist den hohen Erwartungen gerecht geworden, jedoch war das Set mit knapp einer Stunde eines der kürzeren Sorte. Je länger der Abend wurde, desto schwieriger wurde es zu entscheiden, auf welcher Stage man sich aufhalten sollte. Auf der Second Stage hatte uns der Franzose Rodriguez Jr. sein musikalisches Talent offenbart, welches in seinem Live-Auftritt eindrücklich zum Vorschein gekommen ist.



Den Schluss machte Ezikiel auf der Main Stage, beziehungsweise Edu Imbernon auf der Second Stage. Der Mann aus Valencia wusste mit den, oben im Artikel erwähnten, für ihn charakteristischen Merkmalen zu überzeugen. Genauso tat es Ezikiel, der für ein wunderbares Abschluss-Set verantwortlich war. Um 02:00 Uhr war der ganze Spass vorbei. Man merkte dem Publikum deutlich an, dass es in derselben Manier noch ein paar Stunden hätte weitergehen können. Widerwillig machten sie sich aus dem Staub und verliessen das Horn Areal in Richterswil. Diejenigen, die noch genügend Saft im Tank hatten, begaben sich in Stadt, andere machten sich auf den Heimweg.

Abschliessend bleibt festzuhalten, dass das «The Lake» Festival 2018 auf ganzer Linie überzeugen konnte. Das Bier war kühl, die Organisation ausgezeichnet und die Musik exzellent. Wir können die nächste Ausgabe kaum erwarten und freuen uns auf das «The Lake» Festival 2019!




Rakete Openair 2018


Alle Bilder von Khoshmanzar Photography (Rakete Facebook-Page)


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