Das Berner Erfolgslabel „Elektrostubete“ feierte Anfang Oktober sein 10-jähriges Bestehen mit einer grossen Sause im Dachstock und der Rössli Bar der Reitschule Bern (UBWG berichtete). Wie im erwähnten Beitrag versprochen, waren wir für einen kleinen Review des Events live vor Ort und trafen Mitgründer Sascha Hodler, bekannt als Jon Donson, ein paar Tage später zum Interview über sein Schaffen, die Ära Elektrostubete, sein neues Projekte Jørg / Moby Disc und vielem mehr. Zum Interview geht’s hier. Der Review über das Jubiläum gibt’s gleich unten.


10 Years Elektrostubete @ Dachstock / Rössli Bar (Reitschule Bern)

Wie erwartet war die Veranstaltung nach dem Verkauf einiger Tickets an der Abendkasse restlos ausverkauft. Ich freute mich für’s Veranstalterkollektiv über den erneuten Erfolg und mich somit umso mehr auf die Party. Obgleich „ausverkauft“ nicht immer nur positiv sein muss; besonders für Personen, die gerne genügend Platz zum Tanzen haben. Glücklicherweise verteilten sich die Gäste aber sehr gut auf die beiden Tanzflächen, sodass es von Anfang bis Ende angenehm, mit ausreichend Platz fürs Ausleben der individuellen Tanzlust, war.

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Für die Visuals und Dekoration war das Packungsbeilage VJ-Kollektiv zuständig, das ein imposantes Visual-Mapping auf der Hauptbühne installierte. Im Dachstock war zusätzlich in Richtung Garderobe eine Leinwand eingerichtet, die im Loop diverse lustige Impressionen aus den vergangenen zehn Jahren Elektrostubete zeigte. Einmal mehr stellte die Stubete oder besser das beauftragte VJ-Team unter Beweis, wie dem Musikgenuss visuell weitere Reize hinzugefügt werden können, die zu einem kompletteren und umfänglicherem (Musik/Tanz-)Vergnügen führen (können). Ich persönlich war überwältigt.

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Auch das Rössli strahlte in voller Pracht; auf dem DJ-Pult waren schräge, goldene Statuen aufgestellt, die mich an etwas Ausserirdisches à la HR Giger erinnerten. Eine Installation aus grellem Licht, setzte das Ganze mit dem bereits vorhandenen Charme des Rössli gekonnt in Szene und tat somit seinen Teil zum unglaublichen Vibe, der auf dem Rössli-Floor herrschte. Man kannte sich, die meisten auf jeden Fall, und dennoch wurde mehrheitlich ausgelassen und ohne Scham getanzt – die ausschweifenden Gespräche wurden an die Seite oder nach draussen verlegt. Schön!

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Rössli Bar (Sidefloor)

Musikalisch war für ein abwechslungsreiches Programm auf zwei Floors gesorgt, drei hochkarätige internationale Live-Acts teilten sich den Mainfloor, nach dem die Gäste von heimischen Bird & Frango aufgewärmt wurden. Im Rössli sorgten Adva & Adrian Bergmann sowie der labeleigene Little Lu für die lokale Vertretung, während die Die Vogelprespektive aus Bremen und der legendäre Styro2000 aus Zürich das Line-Up anführten.

Das im Nachhinein viel gelobte Intro-Set im Rössli von Adva & Adrian Bergmann verpasste ich leider; ebenso das Mainfloor-Intro von Bird & Frango, von dem es aber ein kurzes Video auf Facebook gibt. Mein persönliches Highlight fand in diesem Jahr auf dem Nebenfloor im Rössli statt, obwohl auch die Live-Sets auf dem Mainfloor überzeugten. Besonders bei Steve O’Sullivan geriet ich (sowie auch der ganze Dachstock) in Stimmung, wechselte dann aber bei Dapayk Solo runter ins Rössli und fand nur für ein paar letzte Minuten von Lawrence‘ Live-Set, das dann aber in dieser Sequenz überzeugte, den Weg zurück auf die Hauptbühne. Die Zeit dazwischen wurde ich von der familiären, doch ausufernden Stimmung im Rössli angezogen, verpasste leider aber den einzigen Stubete-Resident Little Lu auf dem Line-Up, der während O’Sullivans Live im Rössli spielte. Das Duo Die Vogelperspektive, dass ich (shame on me!) vorher nicht kannte, überzeugte vollends, sorgte dafür, dass kein Bein still stand und zog mich sofort in seinen Bann. Groovy und pumpend übergaben sie für das letzte Set des Abends an Styro2000, der es – wie könnte es anders sein – schaffte die tolle Stimmung zu konservieren und die in Ekstase tanzenden Gäste bis ans Ende der Party zu führen – auch davon gibt’s ein Video bei Facebook, die Qualität dürfte euch bekannt sein…

Doch die Elektrostubete wäre nicht die Elektrostubete, wenn sie sich für den krönenden Abschluss ihrer Feier zur Dekade nicht etwas ganz besonderes überlegt hätte: Eine Afterhour im direkten Anschluss an die Feier im Dachstock. Was daran besonders ist? Für die Stubete-Afterhour öffnete das Kapitel Bollwerk gegenüber der Reitschule erstmalig am Sonntagmorgen seine Pforten und empfing, im privante Rahmen, geladene Gäste zur Afterhour. Im kleinen, familiären Rahmen wurde dort zu Musik von heimischen Plattenkünstlern weitergetanzt… Fast bis in den Nachmittag. Ein würdiger Abschluss für eine Geburtstagsfeier, die noch lange in Erinnerung der Anwesenden bleiben wird.

An dieser Stelle bleibt mir nur eins zu wiederholen: MERCI Elektrostubete für eine Dekade advanced electronic dance music aus Burgdorf/Bern!




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