Alissa UBWG Mix 155 & Interview (Bild via Sven Ketz)

Alissa – Mix 155 & Interview


Für den UBWG-Mix #155 öffnet die talentierte Alissa aus Basel ihr musikalisches Repertoire. Mit ausgeklügelten Sounds, einem feinen Gespür für Atmosphäre und minimalistischer Finesse begeistert sie die Tanzflächen seit geraumer Zeit. Zudem spricht die Artist mit uns im Interview über ihr musikalisches Schaffen, aktuelle Projekte und darüber, wie sich mit reduzierten Mitteln grosse Gefühle erzeugen lassen. Check it out!

Die in Basel ansässige Alissa weiss mit einem feinen Gespür für Atmosphäre zu begeistern. Ihre Sets punkten mit einer reduzierten, aber äusserst ausdrucksstarken Selektion, welche die Artist über die Jahre perfektioniert hat. Alissa schafft mit ihrer Musik zeitlose Momente – sei es in den frühen Morgenstunden im intimen Clubsetting oder beim Sonnenuntergang auf einer Festival-Stage.

Aufgewachsen im Dreiländereck bei Basel, ist Alissa seit Mitte der 2010er Jahre in der DJ-Booth anzutreffen – stets mit unverkennbaren Sounds und einem aufgeschlossenen Vibe. Ihr künstlerisches Zuhause ist die umtriebige LOKD-Crew, der sie seit Jahren angehört.

Mit dem UBWG-Mix #155 nimmt uns Alissa mit auf eine spannende musikalische Reise. Klare Rhythmen, subtile Twists und emotionale Tiefe. Im begleitenden Interview sprechen wir mit der Artist zudem über ihren künstlerischen Werdegang, prägende Orte und darüber, wie mit reduzierten Mitteln grosse Gefühle erzeugt werden. Viel Vergnügen!

*Die Tracklist findest Du am Ende dieses Beitrags


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Alissa, ein grosses Danke für deinen Beitrag zur Mix-Serie! Magst du uns erzählen, wie dein UBWG-Mix entstanden ist? Wo hast du ihn aufgenommen und welche Atmosphäre, bzw. welchen Vibe wolltest du einfangen?

Alissa: Der UBWG-Mix ist bei mir zuhause entstanden – in meinem neuen Zuhause, genauer gesagt. Ich bin kürzlich umgezogen und die letzten Wochen waren ziemlich intensiv. Es war das erste Mal, dass ich mein Setup in neuer Umgebung getestet habe, was einen Moment gebraucht hat, bis ich meinen Flow gefunden habe. Inzwischen bin ich aber angekommen, fühle mich wohl und meine Musik hat ihren Platz gefunden –genau diese Phase des Übergangs hat den Mix stark geprägt. Das Verabschieden von Altem und zugleich die Freude über den Beginn von etwas Neuem – etwas Nostalgie und viel Leichtigkeit.

Wie würdest du deinen Sound, bzw. deinen Stil beschreiben – was macht ihn für dich aus?

Alissa: Ich finde es grundsätzlich schwierig, Musik klar zu definieren oder zu kategorisieren. Auch wenn ich mehrheitlich Minimal spiele, schöpft meine Selektion aus unterschiedlichen Genres. Wichtiger als Stil- oder Genregrenzen ist für mich die Emotion, die Musik auslöst. Was meinen Sound für mich ausmacht, ist eine gewisse Tiefe und Zeitlosigkeit. Sicher minimalistisch, aber groovy, vorwärts – divers, reduziert und trotzdem gefühlvoll.

Wichtiger als Stil- oder Genregrenzen ist für mich die Emotion, die Musik auslöst. Was meinen Sound für mich ausmacht, ist eine gewisse Tiefe und Zeitlosigkeit.

Alissa

Dein Weg führte dich über das Elysia Basel, hin zum Kollektiv LOKD – beides Stationen, die dich stark geprägt haben. Kannst du uns etwas mehr über deinen Werdegang erzählen?

Alissa: Mein Weg hat ganz klar auf dem Dancefloor begonnen. Ich liebe es, auszugehen und neue, inspirierende Musik zu entdecken – das habe ich gemacht, lange, bevor ich selbst an den Decks stand. Diese Perspektive prägt mich bis heute und beeinflusst auch, wie ich Sets aufbaue und Energie im Raum wahrnehme. Das Elysia war über lange Zeit unsere Homebase. Gerade in den Anfangsjahren waren meine Freund:innen und ich dort sehr viel unterwegs – es gibt grossartige Musik auf einem beeindruckenden Soundsystem. Wir wurden richtig verwöhnt. Diese Zeit möchte ich nicht missen. Irgendwann selbst dort Musik zu spielen, war also ein absoluter Traum. Im Elysia haben so viele Künstler:innen gespielt, die mich nachhaltig inspiriert haben – Teil dieser Geschichte zu werden, war für mich etwas Besonderes. Dass ich letztendlich Teil von LOKD wurde, war für mich ein sehr natürlicher Schritt. Als ich gefragt wurde, ob ich dem Kollektiv beitreten möchte, hat sich das einfach richtig angefühlt: alte Freundschaften, viele gemeinsame Momente und Feste in Basel sowie ein geteiltes Verständnis von Gemeinschaft.

Du hast in den letzten Jahren zig spannende Gigs gespielt – welche Sets/Gigs waren für dich besonders prägend und sind dir in Erinnerung geblieben? 

Alissa: Es gab unzählige tolle Gigs, die ich bereits spielen durfte – im Elysia in Basel, im Kauz in Zürich, in der Reitschule in Bern, im Ost:end in Leipzig, am Montsomnia und und und.  Besonders in Erinnerung bleiben wird mir mein erster Gig im Berliner Club Golden Gate. Damals war ich noch recht frisch als DJ aktiv. Um die zehn Freund:innen aus Basel begleiteten mich, nochmals um die zehn aus Berlin kamen vor Ort dazu. Ich erinnere mich noch, dass ich super nervös war. Am Ende war es ein grossartiger Abend: eine unglaubliche Stimmung im Club, ein sehr offenes Publikum und dass so viele meiner Freund:innen da waren, machte diese Nacht zu einem ganz besonderen Erlebnis.

Du bist in Basel verwurzelt, aber auch immer wieder in Zürich anzutreffen – sowohl an den Decks als auch im Publikum. Wie erlebst du die Unterschiede zwischen der Club- und Kulturszene in Basel und Zürich? Gibt es Dinge, die dich an beiden Städten besonders reizen oder inspirieren? 

Alissa: Sowohl in Zürich als auch in Basel beobachte ich ähnliche Entwicklungen und Herausforderungen innerhalb der Szene: Veränderungen im Publikumsverhalten, wirtschaftliche Schwierigkeiten für Clubs und Veranstalter:innen, weniger Besucher:innen und Konkurrenzdruck. In den letzten Jahren hat sich hier in Basel wie auch in Zürich sehr viel getan. Zugleich erlebe ich nebst den Herausforderungen in beiden Städten auch viel Positives: Eine Vielzahl an inspirierenden Künstler:innen und Labels, engagierte Kollektive, Vereine und neue kreative Kräfte, die mit grosser Leidenschaft und Liebe Raum für respektvolle Begegnung, Erlebnis und Gemeinschaft schaffen. Clubs und Veranstalter:innen, die sich viel Mühe geben und trotz aller Widrigkeiten an ihren Werten festhalten und weitermachen – das inspiriert mich jedes Mal aufs Neue. An Zürich gefällt mir besonders die Sonntags-Partykultur, die in Basel weniger existiert, bzw. Anklang findet. Sowohl als Gast als auch als DJ schätze ich es sehr, ausgeschlafen und frisch in einen Club zu kommen – und trotzdem zu einer vernünftigen Zeit wieder nach Hause zu kommen.

Werfen wir einen Blick nach vorne – gibt es Projekte, Auftritte oder persönliche Vorhaben, auf die du dich in der kommenden Zeit besonders freust?

Auch in diesem Jahr stehen mit LOKD mehrere tolle Veranstaltungen an, darunter auch unser jährlicher Kutter auf dem Rhein, der für uns und unsere Freund:innen immer ein besonderes Erlebnis ist. Im Februar spiele ich zudem in der Kaschemme in Basel für das befreundete Kollektiv NICA, wo ich bereits letzten Sommer auflegen durfte. Es war ein sehr angenehmer Rahmen und eine positive Erfahrung. Persönlich nehme ich mir wieder mehr Zeit für meine Plattensammlung, die ich vor dem Umzug bereits ausgemistet habe. Nun geht es darum, eine neue Ordnung zu finden – nicht mehr nach Künstler:innen oder Labels zu sortieren, sondern nach Stimmung und Spielzeit. Dies wird es mir leichter machen, mich auf Gigs vorzubereiten. Ein Vorhaben, das mich in diesem Jahr sicher begleiten wird und auf das ich mich freue.  

Im Interview für UBWG: Die Redaktion


Tracklist Mix #155
Cobblestone Jazz – Who’s Future?
A/B – VHS
Gluten People – There is no tomorrow
Les Points – The Holy Mountain (Rozzo Remix)
Ion Ludwig – Mission Architects
Formas – Near Future
Christine Benz – Chicago (Lessi S. Remix)
Youandewan – Fast Blackening Sky
Ina Kacz – Whispers
Gene on Earth – Pulse Mode
Max Jacobson – Jazzavibe
Sakro, Max Jacobson – Planet Arium
Huerta – CJ’s Place
Nesta – Tarte Citron
Youandewan – Fantasy Fear


Quellen: Alissa (Beitragsbild via via Sven Ketz / Bilder im Beitrag via Yannick Frich & Sven Ketz)