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Kollaborationen sind Treiber für Fortschritt, fördern Kreativität und tragen letzten Endes zum Wachstum von Kulturräumen bei. Als Portal für elektronische Musik- und Clubkultur haben wir uns dieses Credo gross auf die Fahne geschrieben. Anlässlich unserer Zusammenarbeit mit dem Digital Arts Festival Zürich (DA Z), haben wir uns mit der Lichtkünstlerin Lise Couchet und dem Musiker DADAGLOBAL bei einem Kaffee über ihre (Zusammen-)Arbeit unterhalten. Die beiden stehen dieses Jahr zum zweiten Mal für das DA Z auf der Bühne und performen gemeinsam im LaSalle.

Wann kann man Musik als digitale Kunst bezeichnen? Kann man es überhaupt? Und bis zu welchem Punkt ist Musik konzeptionell und wann wird sie abstrakt? Wo und in welcher Form korrelieren Musik und digitale Kunst? Fragen, mit denen sich das DA Z während fünf Festivaltagen in Ausstellungen, Workshops, Talks, Konzerten und Performances beschäftigt. Auch die Künstler*innen, die das Festival mit ihrem Schaffen bereichern, setzen sich mit genau diesen Fragen auseinander. Mit zweien davon haben wir uns näher unterhalten.

Das Aufbrechen von Strukturen

Dada (Dadaglobal) sitzt mit überschlagenen Beinen auf dem Sofa in der hinteren Ecke einer Zürcher Bar. Er nimmt sich Zeit für seine Antworten, redet bedacht über seine Person und seine Arbeit – und doch leidenschaftlich. Von sich selbst sagt er, dass er detailverliebt sei, doch sehr analytisch arbeite. Keine Überraschung, dass alle seine Alben Konzeptalben sind, die sich in ihrer Basis oft der klassischen Musik bedienen, diese neutralisieren und neu interpretieren. Er bedient sich bestehender Strukturen, bricht diese auf und setzt sie in einen neuen Kontext. Der Frage, ob und wann man Musik als digitale Kunst bezeichnen kann, begegnet Dada auch hier mit Aufbruch und Sinn fürs Detail: „Für mich ist das eine dreiteilige Frage: Was ist Kunst überhaupt? Und wann kann man Musik als Kunst bezeichnen?“ Hinzu käme die dritte Frage, wann denn Musik nun zu digitaler Kunst werden würde. Letztere mündet für Dada im Bereich der „Sound Arts.“ Ein Feld, das sich mit Musik im medialen Kontext beschäftigt, Klangkunst, Filmmusik, Raum, Bewegung und Licht verbindet. „Ich spreche sowieso lieber von Sound und Klang, statt von Musik.“ Abschliessend beantworten, könne er aber diese Fragen nicht. Verständlich. Vielmehr nimmt er sie mit nach Hause, denkt darüber nach und philosophiert: „Ich schreibe viel, habe wilde Ideen und muss mir so einiges notieren.“ So macht er es auch jetzt.

Dadaglobal (Bild zvg. Dadaglobal; Tobias Stahel)

„Ich spreche lieber von Sound und Klang, statt von Musik.“

DADAGLOBAL

Dada ist in seinem Tun breit aufgestellt: Einst studierte er Klavier und Cello am Konservatorium in Zürich und ist unter anderem Stammmusiker beim Institut für inkohärente Cinematographie. Unter dem Alias „Katharina Kabel“ tritt er als DJ und Live-Act auf, die Elektropunk-Seite von Dada. Er veröffentlichte bereits drei Alben – „Still Films“ alias Katharina Kabel im Jahr 2010, „Dadaland“ im Jahr 2017 und „Pudel“ 2020. Die Plattenaufe von „Pudel“ fand letztes Jahr im Walcheturm statt – ein sage und schreibe 12-stündige Veranstaltung, die ganz Dada’s Vorstellungen seines Schaffens entspricht – aussergewöhnliche Locations für aussergewöhnliche Kunst: „Meine Alben sind eine Reise – und nicht das Ziel.“

„Meine Alben sind eine Reise – und nicht das Ziel.“

DADAGLOBAL
Letztjähriges Konzert von DADAGLOBAL in der Wasserkirche mit Visuals von Lise Couchet. (Bilder: zvg. DA Z)

Der Spielraum innerhalb eines Konzepts

Die Leidenschaft für imposante und spezielle Locations teilt Dada auch mit der Lichtkünstlerin Lise Couchet. Vergangenes Jahr sind die beiden erstmals gemeinsam am DA Z in der geschichtsträchtigen Wasserkirche aufgetreten. Wo Dada Konzepte mag, frönt Lise dem Jammen und Recherchieren. Doch die beiden ergänzen sich und finden ihre Spielwiese in der Mitte: „Innerhalb eines Konzepts gibt es Spielraum – da finden wir uns und genau das macht unsere Zusammenarbeit spannend“, erklärt Lise. Die gebürtige Westschweizerin widmet sich in ihrer Arbeit der spontanen Schönheit, mag das Unerwartete und hält das Filigrane und Zerbrechliche des Lebens fest. Der Mensch stehe im Mittelpunkt ihrer Arbeit, von ihm aus gehe sie in die Abstraktion und wieder zurück in die Realität. „Die Kuriosität und Neugier eines Lebewesens – das ist für mich der Inbegriff von Kunst.“ Und als Künstlerin – so Couchet – trage sie eine Verantwortung in der Gesellschaft. So setzt sie sich unter anderem als Vereinsmitglied von „Les Belles De Nuit“ für die Vernetzung von Frauen in der elektronischen Musik- und Kunstszene ein.

„Die Kuriosität und Neugier eines Lebewesens – das ist für mich der Inbegriff von Kunst.“

Lise Couchet
Lise Couchet (Bild zvg. Lise Couchet)

Interaktives Erzählen von Geschichten

Konfrontiert man Lise mit der Frage, welche Bedeutung Musik für sie als Künstlerin habe, entgegnet sie dieser wie folgt: „Mit der Musik entstehen die Bilder in meinem Kopf – diese ähneln einem Blumengarten, variieren, wachsen und landen dann letztendlich auf dem Papier.“ Musik sei der rote Faden in ihrer Arbeit. So verantwortet Lise regelmässig Projektinstallationen an Musikfestivals und Kunstveranstaltungen, begleitet lokale und internationale Acts live in Clubs, wobei sie sich die Kunst des Produzieren und Mixen von Live-Visuals einst selbst beibrachte.

Lise und Dada haben es verstanden, gemeinsam ein Universum zu schaffen, und darin eine Geschichte zu erzählen, die in sich stringent wirkt, gleichzeitig aber der Vorstellung der Unendlichkeit ihren Raum gibt. Wie Dada so schön sagt: „Es ist dann Kunst, wenn ich es geplant habe.“


Über das Digital Arts Festival Zürich (DA Z) – 27. bis 31. Oktober
Auch in diesem Jahr glänzt das grösste Festival für digitale Kultur der Schweiz mit einem vielfältigen Programm an verschiedenen Orten im Zentrum von Zürich. Während 5 Tagen werden rund 80 nationale und internationale Künstlerinnen, Künstler und Künstlergruppen ausstellen und performen. Neben Ausstellungen, Installationen, Immersive- und VR-Experiences, Performances, Konzerten und DJ/VJ-Events gibt es Workshops, das DA Z LAB, den DA Z VIDEO AWARD und die DA Z Conversations mit Top-Speakern.

Tickets für die Performance von DADAGLOBAL Live und Lise Couchet gibt es hier zu kaufen.
Sa, 30. Oktober 2021, Doors: 22.30, Konzert 00:00 Uhr, LaSalle


Das Programm des ganzen Festivals ist auf der Website zu finden.

Für UBWG-Member gilt ein begrenztes, vergünstigtes Ticket-Angebot. Hier klicken.


Bilder im Beitrag: zvg. Digital Arts Zürich, Dadaglobal; Tobias Stahel, Lise Couchet

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