Benja & Reto ArdourDer Bienenstock an der Zürcher Geroldstrasse ist bereits seit über fünf Jahren die Adresse für aktive Nachtschwärmer. Da scheint es nur logisch, dass es nur eine Frage der Zeit war, bis sich zum Club auch ein hauseigenes Label dazugesellte.
Seit Ende 2009 releasen vor allem Residents des Clubs diverse Platten an hochstehender elektronischer Musik und nun ist bereits die siebte Ausgabe erschienen!

Die Ehre für die siebte Veröffentlichung erhielten Benja und Reto Ardour. Die beiden 25 und 28 Jährigen Musiker konnten schon einige gemeinsame Tracks publizieren. Auf der neusten EP Raw Smoke / Bonfire produzierten sie je einen Track und veröffentlichten diesen mit zwei zusätzlichen Remixes.

Pünktlich zur Veröffentlichung konnten wir die beiden Zürcher zu einem kurzen Interview treffen.

Die siebte Auskopplung von Hive Audio wurde am 18. Oktober 2011 veröffentlicht. Die digitale Version kommt diese Woche. Was kann man von dieser erwarten?
Benja: Auf der A-Seite befindet sich mein Track “Raw Smoke”, welcher ein reduziertes Groove-Tool mit einer flippigen Bassline ist. Ebenfalls auf der A-Seite befindet sich der Remix von Chris Wood, welcher eine etwas verspieltere und perkussivere Version aus dem Stück gemacht hat.

Reto: Auf der B-Seite ist mein Track „Bonfire“ zu finden, welcher sehr Dancefloor orientiert mit einem satten House-Beat daherkommt. Der Remix stammt von Matthias Meyer, welcher eine schöne und deepe Version des Stücks angefertigt hat.

Auf der EP befindet sich je ein Track von Euch zwei. Was hat Euch dazu bewegt zwei Tracks alleine zu produzieren und zu veröffentlichen? Wieso nicht zwei gemeinsame Tracks wie man es von der Vergangenheit kennt? Wie beispielsweise auf der 5 Jahre Hive Platte [HIVE005] oder diverse Remixe auf Baalsaal.
Reto: Da wir eigentlich kein Künstlerkollektiv sind, wird es immer mal wieder eigenständige Veröffentlichungen von uns geben. Es ist aber schon so, dass wir sehr viele gemeinsame Projekte am Laufen haben. Im Studio wie auch hinter den Decks harmonieren wir sehr gut und die Zusammenarbeit macht grossen Spass!

Benja: Die Zusammenarbeit spornt uns auch gegenseitig an und es ist schön, gewisse Momente im Club oder Studio teilen zu können. Zum Beispiel wenn ein neuer Track zum ersten Mal im Club gespielt wird und das Publikum gut darauf reagiert.

Habt Ihr euch bei der Produktion der Tracks gegenseitig unterstützt? Schliesslich habt Ihr im letzten Herbst gemeinsam ein Studio bezogen.
Benja: Ja, wir haben die Tracks gemeinsam finalisiert und abgemischt.

Reto: Auch während der Produktion konnten wir uns gegenseitig mit Inputs und konstruktiver Kritik pushen.
Wie ist es eigentlich zu dieser Zusammenarbeit bzw. dem Einzug in ein gemeinsames Studio gekommen?
Reto: Wir haben uns vor einigen Jahren im Zürcher Nachtleben kennengelernt und bald festgestellt, dass wir uns menschlich und musikalisch sehr gut verstehen. Nach ein paar gemeinsamen Gigs, an welchen wir teilweise spontan back-to-back gespielt hatten, haben wir uns auf musikalischer Ebene definitiv ineinander verliebt 😉

Benja: Genau! 🙂 Im Sommer 2010 haben wir dann durch einen Freund die Möglichkeit erhalten, für das Hamburger Label Baalsaal einen Remix zu machen und dabei die Vorzüge von der gemeinsamen Studio-Arbeit kennen und schätzen gelernt. Seit Oktober 2010 haben wir nun ein gemeinsames Studio in Zürich und verbringen da viel Zeit zusammen.

Wie viel Zeit verbringt Ihr im Studio und mit was produziert Ihr?
Benja: Wir sind zwei Mal pro Woche im Studio, wenn es unsere Terminkalender zulassen. Es ist nicht immer einfach, Büro-Job, Auflegen und auch noch Produzieren unter einen Hut zu bringen. Momentan arbeiten wir jedenfalls an einer gemeinsamen EP für Baalsaal und an weiteren Tracks für Hive Audio. Auch machen wir immer mal wieder Remixe für diverse Künstler und Labels aus Europa.

Reto: Wir arbeiten hauptsächlich mit Ableton Live als Sequenzer und diversen VST Plugins (Arturia V Collection, Native Instruments Komplete, div. Mastering- und Mixdown-Plugins usw.)
Unsere Hardware beschränkt sich auf einen PowerMac, ein Novation 61SL MKII Midi Controller inkl. Klaviatur, eine Fireface 400 Soundkarte und zwei Adam A7X Abhören.

Auf der „5 Jahre Hive Audio“ Auskoppelung habt Ihr mit „Sweet Peace“ den bis dato erfolgreichsten Track für Hive Audio produziert. Was sagt Ihr dazu? Fühlt man sich stolz? Schliesslich haben schon sehr erfolgreiche und namhafte Produzenten auf Hive Audio veröffentlicht.
Reto: Wir sind sehr glücklich, dass die Nummer national wie auch international auf so gute Resonanz gestossen ist. Stolz sind wir auf jeden Fall (High 5)!

Benja: Dazu gibt es auch noch eine witzige Anekdote zu erzählen. Als wir den Track abgeliefert hatten, waren die Label Bosse nicht auf Anhieb begeistert und meinten, wir sollten doch nochmals eine neue Nummer für die Compilation produzieren. Schlussendlich wurde „Sweet Peace“ glücklicherweise dann doch veröffentlicht und ist bis heute der mit Abstand meistverkaufte und gechartete Track des Labels. Viele Leute sagten uns auch im Nachhinein, dass sie das Stück erst dann richtig verstanden haben, als sie es zum ersten Mal auf dem Dancefloor gehört haben.

Raw Smoke / BonfireSeit wann produziert Ihr eigentlich eigene Tracks und: baut Ihr die unveröffentlichten Tracks auch viel in Eure Sets ein?
Benja: Ich produziere seit ca. 5 Jahren.

Reto: Ich seit ca. 4 Jahren.

Und nun zu den zwei abschliessenden Fragen…

Was findet Ihr besonders schön in der Schweizer Clubbing Szene?
Beide: Die Vielfalt und das qualitativ hohe Niveau der internationalen Künstler, die stets in der Schweiz zu hören sind.

Was findet Ihr besonders nervend in der Schweizer Clubbing Szene?
Benja: Das mittlerweile jeder zweite 16 – 30 Jährige Laptop-Besitzer auch noch DJ sein will und am besten auch noch Fremdveranstalter in irgendeiner Location, wo er sich dann selbst bucht…

Reto: Die Übersättigung in gewissen Bereichen der Elektronischen Musik- und Clubbing-Szene.

Vielen Dank an Benja und Reto Ardour!

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