Dachshund 1DJs und die mit ihnen verbundenen Künstlernamen sind immer eine solche Sache. Von Namensableitungen, verrückten Wortzusammenstellungen oder sonstigen einfallsreichen Kombinationen gibt es nichts, was es nicht gibt. So hat auch unser heutiger Interviewgast einen ganz ungewöhnlichen, aber liebevollen Namen: Dachshund.

Der Genfer DJ und Produzent ist von der Schweizer Elektronikszene nicht mehr wegzudenken. Er veröffentlicht Tracks seit Jahren, jettet als DJ in die coolsten Städte Europas und startete seit kurzem sein eigenes Label Clapper. Und das ist noch nicht alles! Vor rund zwei Wochen erschien sein Debütalbum Eleven Riddims auf dem weltbekannten Berliner Label Highgrade Records.

Unsere Beweggründe durfte mit ihm über sein brandneues Album, das vielseitige Schweizer Nachtleben und seine zukünftige Pläne sprechen.

Hey Oli! Dein Debütalbum erschien vor gut zwei Wochen. Wie zufrieden bist Du mit Deiner Arbeit und wie stolz bist Du, dass Dein Album auf dem prestigeträchtigen Berliner Label Highgrade Records erschien?

Oli: Es ist immer sehr aufregend wenn ein Album erscheint, besonders wenn es das Erste ist. Ich wollte etwas Spezielles mit verschiedenen Einflüssen kreieren, um eine andere Seite von mir zu zeigen. Dazu kam, dass die Arbeit an diesem Album ein Versuch war meine eigene Musik „einzufrieren“. Während der Produktion war ich in einem speziellen Gemütszustand und nun konnte ich das Ganze festhalten und in Form einer CD herausbringen. Nun sammle ich alle Feedbacks und werte diese aus. Das hilft mir bei meinem nächsten Schritt, was auch immer der sein wird 🙂

Und natürlich bin ich sehr geehrt und glücklich, dass ich mein Album auf Highgrade veröffentlichen konnte! Es ist, als wäre ein Traum in Erfüllung gegangen.

Wie lange dauerte die Produktion und weshalb trägt das Album den Namen „Eleven Riddims“?

Ich bin mir nicht ganz sicher, aber es waren etwa fünf bis Eleven Riddims - Dachshundsechs Monate. Insgesamt ging es ziemlich schnell und spontan.

Den Albumnamen habe ich vom jamaikanischen Ausdruck „Riddim“ – Rhythmus abgeleitet. Also ein instrumentaler Track. Da es elf Tracks auf dem Album hat: „Eleven Riddims“. Ganz einfach.

Wenn man Dein Album durchhört, kann man Deine Liebe zum Dub nicht überhören. Wo befinden sich Deine musikalischen Wurzeln und wo begann Deine Reise zur elektronischen Musik?

Alles begann mit Reggae. Ich spielte im Jahr 1995 in einer lokalen Reggae Band in Genf und war fasziniert von jamaikanischen Soundentwicklern, welche Reggae zu Dub Tracks verarbeiteten. Ein paar Jahre später lernte ich das Studio Equipment zu gebrauchen und startete so meine ersten Produktionen. Ich konnte Tag und Nacht im Studio verbringen. So lernte ich auch die meisten Sachen und später versuchte ich mich mit Drum’n’Bass, um die ersten Beats zu produzieren. Erst im Jahr 2006 kam ich zu Techno / House. Das sind wahrscheinlich die Gründe, wieso meine Musik Dub-Einflüsse beinhaltet.

Sprechen wir über Deine Beziehung mit dem Berliner Label Highgrade Records. Du hast bereits verschiedene EPs wie Stand Firm, Extensive Forms, Shall We und nun Dein Album dort veröffentlicht. Wie kam diese ganze Zusammenarbeit zustande?

Es war Tom Clark, der Labelbetreiber von Highgrade, der mich über Myspace kontaktierte. Es hört sich so komisch an, als wäre es ein Ufo vom Weltall, aber genau so simpel begann unsere Zusammenarbeit. Zuerst produzierte ich einen Track für die Compilation „Group Of Connected Heads“, dann eine EP und schliesslich trat ich ihrer Booking Agency bei. Jetzt sind sie so was wie meine Adoptivfamilie 🙂

Wie oft bist Du bei ihnen in Berlin anzutreffen?

Ich bin hin und wieder in Berlin und bin sehr glücklich, dass ich bereits in der berühmten Panorama Bar spielen durfte. Aber nicht nur das. Natürlich durfte ich auch schon im Watergate, dem Weekend, dem Kater Holzig, etc. performen. Es gibt einfach unzählige Clubs!

Berlin ist immer aufregend in vielerlei Ansichten und es ist immer eine schöne Gelegenheit andere Künstler und sogar seine persönlichen Musikhelden zu treffen.

Du bist in der Westschweiz aufgewachsen und zu einem der berühmtesten Produzenten und DJs der Schweiz geworden. Was glaubst Du, ist der Unterschied zwischen der Westschweiz, der Deutschschweiz und dem Tessin hinsichtlich der elektronischen Musik bzw. Clubkultur?

Danke vielmals, aber es gibt viele berühmtere DJs in der Schweiz wie beispielsweise Deetron oder Ripperton.Dachshund 2

Wenn man die Unterschiede zwischen dem deutschen, französischen oder italienischen Teil der Schweiz anschaut, ist es auch immer eine Frage der Stadtgrösse. Es gibt überall Leute, welche dieselbe Musik lieben wie wir, aber es ist in kleineren Städten schwieriger eine grosse „Szene“ aufzubauen. In Zürich gibt es die meisten Möglichkeiten auszugehen, aber es besteht auch ein grösserer Konkurrenzkampf zwischen den Clubs. Bei mir in Genf habe ich bis heute noch nicht den Durchblick. Es ist glaube ich einen Mix zwischen einer Untergrund- und Afterworkszene. Im Tessin hatte ich erst ein einziges Mal die Möglichkeit zu spielen. Keine Ahnung wie es um die Clubkultur steht, aber es ist sicher ein schöner Ort um Ferien zu verbringen 🙂

Glaubst Du, dass die Sprachgrenzen überwunden werden sollten, insbesondere im Nachtleben? Manchmal kommt es so vor, als würden wir in anderen Ländern leben, nur wegen den Sprachunterschieden.

Ja, das sollten wir. Ich meine sind wir so verschieden? Was verbindet uns? Genau, die Musik. Machen wir irgendwo Party!

Bist Du glücklich mit der Entwicklung im Schweizer Nachtleben? Was magst bzw. magst Du nicht in der Schweiz?

Wenn ich das Schweizer Nachtleben mit anderen europäischen Ländern vergleiche, ist es eigentlich überall dasselbe: Es gibt gute und schlechte Partys. Manchmal finde ich es hier ein bisschen Schade, dass viele Leute dem Gedanken „Wo ist der coolste Ort?“ anstatt „zu welcher Musik möchte ich heute tanzen?“ folgen. Aber ich möchte die Schweiz nicht schlecht reden. Ich hatte einige meiner besten Gigs in der Schweiz!

Was kommt als nächstes? Was können wir von Dir alles noch erwarten?

Hmm… Was kann ich sagen. Mehr EP’s und mehr Kollaborationen mit anderen Künstler bzw. Labels. Ich gebe mein Bestes um auch in Zukunft ein paar gute Tracks zu produzieren!

 Vielen Dank an Dachshund!


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