Im Rahmen unserer Medienpartnerschaft mit dem Polaris Festival 2018 konnten wir Carl Craig für ein kurzes Telefon-Interview gewinnen. An der diesjährigen Ausgabe spielt er in den Reihen seinesgleichen – Detroit lässt grüssen.

Titelbild: Tailored Communication Gbr., Berlin, Germany.



Hey Carl! Cool, dass du für ein kurzes Telefon-Interview Zeit hast. Du spielst am kommenden Samstag unter anderem neben Jay Daniel, Kyle Hall und Rick Wilhite – alle aus Detroit. Ein Familientreffen?

Carl Craig: Ja, sozusagen. Ich bin total stolz dabei sein zu können und freue mich sehr, alle zu sehen. Das Ganze in einer Top-Location oben in den Bergen.  

Du wirst nach Rick Wilhite hinter den Decks stehen. Rick’s Sets sind bekannt für ihre Einflüsse aus Disco, RnB, HipHop, Techno und Reggae. Was erwartet den Zuhörer bei dir?

Carl Craig: In erster Linie kommt es ganz darauf an, wie ich mich fühle. Rick spielt eher langsamer. Ich werde von ihm übernehmen und den Finish machen. Ich gehe mit dem Sound, mit Ricks Sound und finde so meinen Weg – das ist ganz wichtig. Es ist, wie wenn du mit jemandem ein Bild malst, du übernimmst das Werk eines Künstlers und malst weiter. Dabei bringst du deinen eigenen Style rein und prägst so den Sound ganz neu.

Mal ganz generell: Wie erlebst du den momentanen Hype um Funk-, Techno- und House-Klassiker? Die Bewegung hin zum „Oldschool“ ist auffällig und viele Produktionen gehen wieder zurück zu einfachen Patterns und klassischen „analogen“ Synth-Sounds. Für mich sehr frisch und durchaus willkommen im Jahr 2018.

Carl Craig: Ich glaube, dass mit dem Aufkommen von EDM über die vergangenen Jahre gleichzeitig das Bedürfnis nach Klassikern stark gestiegen ist. Ich rede hier auch von Musik von den Rolling Stones oder Muddy Waters. Die Leute sind heute offener, diggen nach älteren Sounds und suchen nach dem Ursprung von Musik. Musik ist immer von Musik inspiriert und da gehst du gezwungenermassen in die Vergangenheit zurück. Für mich ganz toll, das zu sehen.

„Musik ist immer von Musik inspiriert und da gehst du gezwungenermassen in die Vergangenheit zurück“

Im letzten Jahr habe ich „Computerworld 2“ von Kraftwerk bestimmt zwei, drei Mal in Schweizer Clubs gehört. In einem Interview von dir mit dem Team von „I Dream of Wires“ (Dokumentarfilm über modulare Musikproduktion) hast du gesagt, dass dieser Track unter anderem grossen Einfluss auf deinen Sound hatte.

Carl Craig: Ja genau, Kraftwerks Musik hatte grossen Einfluss auf meinen Sound. Die Jungs waren, bzw. sind Pioniere der elektronischen Musik. Aber auch Kraftwerks Sound lässt sich referenzieren. Damit will ich sagen, dass auch ihr Sound von irgendwo herkommt, von irgendwo inspiriert ist und genau das macht die ganze musikalische Geschichte erst sichtbar und erlebbar.

Was denkst du, wie wichtig ist es, dass die neue Generation von Musikern und Produzenten den Ursprung der elektronischen Musik kennt?

Carl Craig: Du kannst das vergleichen mit dem was beispielsweise in Amerika bei den Präsidentschaftswahlen abging. Stichwort „Make America Great Again“. Wenn du Politik nicht verstehst, kannst du da auch nicht anknüpfen. Du kannst demgegenüber was ist und was war nicht ignorant sein. Genau gleich verhält es sich mit der Musik. Es ist so wichtig, dass du die Geschichte kennst und verstehst. Erst dann bist du in der Lage, etwas Sinnvolles daraus zu machen.

«Es ist so wichtig, dass du die Geschichte kennst und verstehst. Erst dann bist du in der Lage, etwas Sinnvolles daraus zu machen.»

Du hast in den vergangenen Jahren viele spannende Kollaborationen mit Künstlern wie Francesco Tristano und Moritz von Oswald gemacht. Der Aspekt des Improvisierens stand im Vordergrund und der Sound bewegte sich weniger in vororganisierten Strukturen und Schemata. Was hat dich dazu bewegt?

Carl Craig: Grundsätzlich basierte meine Musik schon immer auf dem Prinzip des Improvisierens. Der Aspekt des Improvisierens ist für mich also nichts Neues. Als ich begonnen habe Musik zu machen, habe ich Gitarre gespielt. Beim Gitarre spielen gabs für mich kein vorkalkuliertes Raster, da hast du einfach gejamt. Mein Sound ist experimentell und in meinen Augen ist Experimentieren auch immer Improvisieren.

Bevor ich dich springen lasse, dein Highlight am Polaris dieses Jahr?

Carl Craig: Definitiv das Wiedersehen mit meinen Freunden. Ich freue mich sie spielen zu sehen und ihren Sound zu hören. Die Tatsache, dass dies auf 2000 Meter über Meer mit einem beeindruckenden Panorama geschieht, macht die Freude noch viel grösser.


Polaris-Info: Carl Craig spielt am Sonntag von 00.00 – 02.00 Uhr auf der Main Stage. Das restliche Programm gibt’s in unserem hauseigenen Eventkalender zu finden oder auf polarisfestival.ch!

Das Interview mit Carl Craig fand am 27.11 telefonisch statt und wurde frei aus dem Englischen übersetzt.

Dazu verlosen wir noch 2×2 Tickets für den Sonntag mit Princess P, Mirko Loko B2B DJ Reas, Laurent Garnier und Nina Kraviz. Alle Infos ein bisschen weiter unten.



Verlosung:

Wir verlosen 2×2 Tickets für den Sonntag am Polaris Festival 2018. Um an der Verlosung teilzunehmen, braucht ihr uns entweder einen Kommentar zu hinterlassen oder eine E-Mail mit dem Betreff „Polaris Festival“ zu schreiben (win@ubwg.ch). Kommentare können sowohl auf Facebook als auch auf ubwg.ch hinterlassen werden. Die Gewinner werden bis spätestens Freitag (18.00 Uhr) per Mail oder Facebook benachrichtigt. Die Teilnahme erfolgt ohne Gewähr. Wir wünschen allen viel Glück!


Bild: z.V.g. Tailored Communication Gbr., Berlin, Germany.


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