Der Rhythmus einer Stadt: Das Rundfunk.fm-Festival öffnet vom 17. Juli bis 6. September 2025 wieder seine Tore und bringt Open Air-Feeling in die Stadt. Mit dem Landesmuseum als Schauplatz geht der beliebte Kulturevent mit einem vielfältigen Programm in die Jubiläums-Runde: Bereits seit 25 Jahren bereichert Rundfunk.fm die Musik- und Kulturlandschaft hierzulande. Wir haben einen Blick auf das diesjährige Programm geworfen und uns mit Oliver Scotoni, Gründer von Rundfunk.fm, über die Geschichte des Formats unterhalten.
Das Rundfunk.FM-Festival ist zurück und inszeniert sich auch dieses Jahr wieder im geschichtsträchtigen und idyllischen Innenhof des Landesmuseums Zürich. Anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Formats, wartet vom 17. Juli bis zum 6. September 2025, ein eimaliges Programm auf die Besucher:innen. Erstmals auf Sendung im Jahr 2000, hat sich Rundfunk.fm vom Insidertipp zum beliebten Kulturformat entwickelt.
Während 45 Tagen bespielen an der bevorstehenden Jubiläumsausgabe also nationale und internationale Acts das Musikradio live aus dem Innenhof des Landesmuseums – zum einen für das Publikum vor Ort und zum anderen für die Hörerschaft auf der ganzen Welt via Radio und Webstream. Zudem punktet das Festival täglich ab 17:00 Uhr mit einer einmaligen Gastronomie sowie einer entspannten Atmosphäre.


Rundfunk.fm ist mehr als nur ein Radiosender – Rundfunk.fm ist ein kulturelles Ereignis, das seit Jahren Beständigkeit hat. Wir haben uns anlässlich der Jubiläumsausgabe mit Oliver Scotoni, Gründer von Rundfunk.fm, über die Geschichte des Formats unterhalten und wollten im Interview wissen, was es mit dem Rhythmus einer Stadt auf sich hat.


Oliver, lass uns eine kleine Zeitreise ins Jahr 2000 machen, zu den Anfängen von Rundfunk.fm. Magst Du uns in einigen Sätzen erzählen, wie Rundfunk.fm entstanden ist und welche Intention dem Projekt zugrunde lag?
Entstanden ist Rundfunk.fm im Oberen Letten als Form einer legalen Subversion. Wir hatten, in einer Zeit in der das Areal noch Brachland war, die Pacht der Badeanlage und konnten gesetzlich nur drei Partys mit verstärkter Anlage pro Saison veranstalten. Das war mir zu wenig. Meine Quintessenz: Wenn wir eine Frequenz haben, dann können wir die Gäste dazu auffordern, ihre Ghettoblaster und Radios mitzunehmen, um so das Areal selbst zu beschallen. Radio Lora stellte uns dazumal ihre Frequenz in der dreiwöchigen Sommerpause zur Verfügung. Rundfunk.fm war geboren.
Im Zusammenhang mit Rundfunk.fm stossen wir immer wieder auf die Formulierung Rhythmus einer Stadt – kannst Du uns etwas mehr darüber berichten?
Radio ist ein Massenmedium – und es nur zum Zwecke der Beschallung einer Location zu benutzen, wäre verschwenderisch. So entwickelte ich den Rhythmus einer Stadt. Es ist eine Anlehnung an indische Städtekulturen: Mönche besingen die Städte den ganzen Tag und die ganze Nacht. Die Menschen leben im Rhythmus der Gesänge. Wenn alle im gleichen Rhythmus sind, dann entsteht eine bessere Basis der Verständigung. Ich adaptierte diesen Gedanken dazumal auf unsere Stadt und vernetzte zu Beginn 70 bis 80 meiner Lieblingsorte (Hairdresser, Boutiquen, Bars usw.), die Rundfunk.fm permanent spielten. So entstand sozusagen ein akustischer «Christo». Die Stadt war in einem Rhythmus. One Love.
Wenn alle im gleichen Rhythmus sind, dann entsteht eine bessere Basis der Verständigung
Oliver Scotoni über die Rundfunk.fm-Philosophie
Rundfunk.fm hast sich vom reinen Kunst- und Kulturprojekt zu einem äusserst beliebten und etablierten Lifestyle-Format entwickelt, das heute bei einem breiten Publikum Anklang findet. Wie hast Du die Entwicklungen über die Jahre wahrgenommen, was waren relevante Meilensteine für Dich?
Der relevanteste Meilenstein war, als wir 2004, nach zwei Jahren im Kunsthaus Zürich, zum ersten Mal im Landesmuseum unser Format inszenieren konnten. Das war der Beginn von dem, was Rundfunk.fm heute ist. Es hat sich da eine Konstellation gebildet, die bis zum heutigen Zeitpunkt beständig ist und sich immer weiterentwickelt hat. Ich bin besonders stolz darauf, dass wir immer noch ein Festival ohne Eintritt sind und so allen Menschen Zugang zu den spannendsten und besten Künstler:innen und einer wunderschönen Inszenierung ermöglichen können.
Auf was dürfen sich die Besucher:innen an der bevorstehenden Jubiläumsausgabe besonders freuen? Was sind Deine persönlichen Highlights?
Unser Programm ist sehr vielfältig und gespickt mit grossartigen nationalen und internationalen Acts. Wir zeigen ein grosses Spektrum der kontemporären DJ-Kultur und achten dabei auf unsere qualitativen Ansprüche. In diesem Jahr wird jeweils der Mittwoch von einem bekannten, internationalen DJ-Act bespielt. Auch die Dienstage punkten mit Auftritten von nationalen und internationalen Gästen. Ein besonderes Highlight wird in diesem Jahr zudem die Lichtinszenierung sein, die mit viel Aufwand und Liebe zum Detail konzipiert wurde.
Lass uns auch den Zukunftsblick wagen: Wo siehst Du Rundfunk.fm in den nächsten 5 bis 10 Jahren?
Rundfunk.fm ist eine ganzjährige Radiostation, die 365 Tage sendet (neu auch über eine App, als Webstream und auf DAB+ in der Region Zürich). Dies ermöglicht uns, dass wir in Zukunft noch mehr Events veranstalten können. Mitunter auch in anderen Regionen der Schweiz sowie in Städten im In- und Ausland.
Im Interview für UBWG: Die Redaktion


Rundfunk.FM Festival 2025
Donnerstag, 17. Juli 2025, jeweils ab 17:00 Uhr, bis Samstag, 6. September 2025
Alle Informationen zum Festival findest Du hier, ebenso wird das Programm auch fortlaufend im UBWG Eventkalender einsehbar sein.
Programm Opening-Weekend
Quellen: Rundfunk.FM, Oliver Scotoni, Landesmuseum Zürich


