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TL;DR: Get your shit done. We need it to get our shit done!

Was wir, die wir uns an alle Regeln halten und die Konzepte umsetzen, schon seit einiger Zeit vermutet haben, bestätigt sich nun. Eine zentrale Aufgabe des Staates ist es, einen funktionierenden Rahmen für freies wirtschaftliches und gesellschaftliches Handeln zu schaffen.

Zu Zeiten einer Pandemie ist das Contact Tracing ein gutes Beispiel dafür. Umso schneller Cluster erkannt und Infektionsketten unterbrochen werden, desto besser die Kontrolle über die Pandemie und freier der Rahmen für besagtes Handeln.

Wenn der Rahmen nichts taugt, in welchen diese Konzepte eingebettet wurden, stösst die Wirksamkeit dieser Konzepte unweigerlich an ihre Grenzen.

Nun steigen die Zahlen (inklusive Positivitätsrate) bereits seit einiger Zeit wieder deutlich an. Man fragt sich, woran das liegen mag. Nun, die Clubs können ihre Gäste noch so lückenlos registrieren, Bahn- und Ladenpersonal noch so gut auf die Durchsetzung der Maskenpflicht achten und alle Welt noch so oft auf Abstand und Hygieneregeln hinweisen: Wenn der Rahmen nichts taugt, in welchen diese Konzepte eingebettet wurden, stösst die Wirksamkeit dieser Konzepte unweigerlich an ihre Grenzen.

Genau das scheint gemäss aktuellen Medienberichten und meiner persönlichen Erfahrung schon seit einiger Zeit der Fall zu sein. Die Bevölkerung wurde aber einmal mehr darüber im Dunkeln gelassen. Die Infektionszahlen steigen und die Allgemeinheit fragt sich woher das kommt. Und während nun in der Öffentlichkeit weit und breit über Sinn und Unsinn von Massnahmen und Lockerungen diskutiert wird, war der Regierung offenbar längst bewusst, dass sie die Kontrolle über das stets als zentral deklarierte Instrument zur Eindämmung der Pandemie verloren hat. Das Contact Tracing zur Unterbrechung der Infektionsketten funktioniert nur noch mehr schlecht als recht.

Natürlich mag es nicht die einzige Ursache für die aktuelle Lage sein. Und natürlich kann man die Leute im Infektionsfall darum bitten, ihre privaten Kontakte selbst zu kontaktieren. Aber hey: Von Clubs eine rigorose Gästeregistrierung verlangen und sich beim Tracing komplett auf die Eigenverantwortung der Bevölkerung verlassen, während man selber aber das pure Gegenteil von Transparenz, Weitsicht und Zuverlässigkeit an den Tag legt? Damit zerstört man einerseits das Vertrauen in die Regierung und andererseits das Fundament auf dem das Handeln all jener basiert, die konsequent alles dafür tun, neuerliche Einschränkungen zu verhindern. Das geht einfach nicht auf.

Mir tun die Contact Tracer leid, die offenbar Tag für Tag gegen Windmühlen ankämpfen. Mein Mitleid hält sich aber für denjenigen in Grenzen, die das Versagen dieses Tracings und somit auch das Verpuffen vieler Schutzkonzepte zu verantworten haben. Denn bricht dieser Rahmen, wird es schnell auch mit dem freien wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Handeln schwierig.


Über den Autor

Darrien (Siedepunkt)

Darrien ist seit über 20 Jahren als Techno-Evangelist, DJ und Veranstalter im Zürcher Nachtleben unterwegs. Vielen ist er aber auch bekannt durch seinen lautstarken und tatkräftigen Einsatz für gesellschaftspolitische Themen in Social Media und darüber hinaus. In der neue geschaffenen Kategorie Siedepunkt kommentiert er das aktuelle Weltgeschehen mit Bezug aufs Nachtleben und darüber hinaus.


 Titelbild: Darrien

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