Nachdem zuletzt viele Lokalhelden zum Zug gekommen sind, werden wir mit diesem Podcast (113!) ein klein wenig international. Für uns hat sich Phuong alias MYLE an die Decks gestellt. Vorher hat sie aber mit uns über ihre Projekte gesprochen und die damit einhergehenden Veränderungen, welche auch ihre musikalische Karriere entscheidend prägen.


Verabredet zum Skype Gespräch, kam Phuong leider ein kurzes, aber sehr heftiges Zürcher Sommergewitter dazwischen – wie es in diesem Jahr nicht unüblich ist. Etwas gestresst ging es dann aber los, woraus bald eine entspanntes und angenehmes Gespräch über Musik und das Leben als DJ entstand.

Phuong kannte man bis jetzt als Teil des DJ und Produzentinnen Duos Me & her, womit sie die letzten Jahre weltweit unterwegs war. Bevor sie sich jedoch entschieden hat, voll auf die Karte Musik zu setzen, führte sie eine kleine Eventagentur mit Künstlervermittlung, damals jedoch noch vornehmlich im Hip-Hop Bereich. Dass sie den Zugang zur elektronischen Musik fand, erklärt sich Phuong damit, dass sie schon immer ein sehr breit gefächertes Interesse an Musik hatte. Durch die Pink Floyd Platten ihres Vaters wurde ihr Interesse an Synthesizern geweckt.


MYLE by Press 3


Nachdem es im letzten Jahr etwas ruhiger um Me & her geworden ist und Phuong über Facebook kommunizierte, dass sie nun in Thailand lebt, vermutete man bereits, dass hier etwas im Argen liegt. Davon zu sprechen, dass ein Duo im DJ-Geschäft von Anfang an zum Scheitern verurteilt ist, wäre allerdings definitiv falsch. Jedoch stellen sich in diesem Umfeld einige Schwierigkeiten, die auf eine sehr, auf einzelne Personen bezogene, Wahrnehmung zurückzuführen ist. Auch vom künstlerischen Gesichtspunkt aus erkennt man schnell mögliche Probleme, da zwei Individuen schlicht nicht immer einer Meinung sind. Was zum einen natürlich Kreativität fördernd und qualitätssteigernd ist, kann auch das Gegenteil sein – ein Klotz am Bein. Sich das einzugestehen ist eine sehr schwere Aufgabe, die viel Zeit braucht. Phuong und Jen haben diesen Schritt nun hinter sich. Sie werden vorerst ihre Karriere mit ihren Soloprojekten weiterführen.

Für Phuong hat sich dieser Schritt schon etwas länger abgezeichnet. «Wir haben lange daran festgehalten, unsere gesamte Energie ins Me & her Projekt zu stecken, um es weiter voranzutreiben», erzählt die DJ. Nach einer längeren Auszeit in Thailand wurde ihr klar, dass sie so auf Dauer nicht glücklich wird. Nach ihrer vorübergehenden Rückkehr in die Schweiz war klar, ihr nächster Schritt ist ein Soloprojekt. Dieser Wunsch entwickelte sich zur selben Zeit auch bei Jen, sodass man sich schnell einig wurde.

Phuong freut sich nun auf die neuen Herausforderungen, welche sie bereits vor über einem Jahr ins Rollen gebracht hat, in dem sie ihre eigene Partyreihe aus der Taufe hob: Die Empathie. In verschiedenen Off-Locations in und um die Stadt Zürich setzen Phuong und ihre Mitstreiter ein Partykonzept um, das auf einem starken Kollektiv-Gefühl beruht. Die Erfahrung von Musik und Gemeinschaft steht im Zentrum.

«Es ist eine grosse Chance und Möglichkeit in Asien etwas aufzubauen, dass es bis anhin noch nicht gibt. Im asiatischen Raum steckt man noch bei EDM fest.»

Nach der erfolgreichen Lancierung in der Schweiz will Phuong Die Empathie nun auch nach Asien bringen. Da sie sich jeweils für sechs Monate in Thailand aufhält, bietet sich das natürlich an. «Es ist eine grosse Chance und Möglichkeit in Asien etwas aufzubauen, dass es bis anhin noch nicht gibt. Im asiatischen Raum steckt man noch bei EDM fest» erklärt Phuong.


Die Empathie Rummelplatz


Dem aber nicht genug. Phuong startet auch noch ihr eigenes Soloprojekt. MYLE heisst es und wird sich zuerst mal auf das Auflegen fokussieren. Dass die seit ihrem vierten Lebensjahr Klavier spielende Phuong auch produzieren kann, ist kein Geheimnis. «Ich habe viele Ideen, die ich umsetzen, möchte, wobei ich aber noch etwas Unterstützung bei technischen Fragen brauche. Mir ist es aber wichtig, dass die Ideen von mir kommen und ich die Elemente der Stücke selbst eingespielt habe. Beim Arrangement greifen mir dann jeweils meine Freunde unter die Arme.»

Bald geht es wieder nach Thailand, doch vorher stehen noch einige Gigs in Europa an. Langweilig wird es Phuong sicherlich nicht und man kann ihr nur viel Erfolg mit ihrem neuen Projekt MYLE wünschen. Für uns hat sie zudem exklusiv ein Podcast aufgenommen, in dem sie zeigt, wohin es sie musikalisch hinzieht.



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