Ein Clubbetrieb erfolgreich zu führen und aufrechtzuerhalten ist auch ohne Corona kein Kinderspiel. Während einer globalen Pandemie ist es aber besonders herausfordernd. Das erste Wochenende im Dezember 2021 offenbarte dies einmal mehr.

Ein turbulentes Wochenende liegt hinter uns. Während in Zürich unter der Erfüllung von 3G und somit den «alten» Massnahmen ausgelassen gefeiert werden konnte, blieben in Kantonen wie Bern oder St. Gallen die Clubtüren geschlossen. Dabei wurden viele Entscheidungen, ob ein Club seine Gäste empfangen darf (und vor allem unter welchen Bedingungen) erst am Freitagnachmittag gefällt. Wir schauen auf das Geschehene von letzter Woche nochmals zurück.

Der Bundesrat informiert zum ersten Mal anfangs Woche

An einer ausserordentlichen Sitzung am Dienstag, 30. November 2021, analysierte der Bundesrat die neue Lage der Pandemie und entschied sich dazu, vorsorglich eine Konsultation zu verstärkten Massnahmen zu starten. Diese dauerte bis Mittwochabend, 01. Dezember. Verschiedene Kantone übernahmen die vom Bund vorgeschlagenen Massnahmen bereits ab Dienstag ganz oder teilweise: Maskenpflicht in Innenräumen und Sitzpflicht während Konsumation. Aufgrund der verschiedenen kantonalen Bestimmungen entschieden sich zahlreiche Clubs, wie der Viertel _Klub oder der Nordstern dazu, ihre Events am anstehenden Wochenende abzusagen.

Das lange Warten auf Freitag

Während Bern, Basel oder die gesamte Ostschweiz strengere Massnahmen auf kantonaler Ebene beschlossen hatten, wartete Zürich ab und erliess keine neuen Regeln. In dieser Zeit mutmassten viele Clubbetreiber*innen in der Schweiz, wie und ob sie am Wochenende überhaupt öffnen dürfen. Auch ubwg.ch malte ein eher düsteres Bild: selbst wenn sämtliche Massnahmen erst auf Montag, 06. Dezember vereinbart wurden, hatten uns die letzten Monate in der Pandemie doch gelehrt, dass es manchmal schneller zum Lichterlöschen kommen kann, als man denkt.


Der Nordstern fordert den Basler Regierungsrat zum Handeln auf (Quelle: Nordstern)


Am Freitag, 3. Dezember 2021 hatte das lange Warten dann endlich ein Ende. Der Bundesrat informierte erneut, dass ab Montag, 6. Dezember Veranstaltungen auch als «2G Event» durchgeführt werden könnten, was die Maskenpflicht und Sitzpflicht bei Konsumation aufhebt. Ob und wie Clubs diese neusten Massnahmen nun umsetzen möchten und können, hängt von Kanton und Club ab. Einige Kantone müssen ihre zurzeit verstärkten Massnahmen zuerst einmal rückgängig machen. So forderte beispielsweise der Viertel _Klub in Basel in einem offiziellen Statement, dass die Basler Regierung die «erlaubte Option: keine Masken- und Sitzpflicht bei 2G-Anlässen» auch im Kanton Basel-Stadt gelten lassen solle. Wie es in Basel, aber auch in den restlichen Kantonen weitergeht, wird sich im Laufe der Woche zeigen.

Der strube Fall des Elysia

Für ein Club in der Schweiz war die letzte Woche eine besondere Berg- und Talfahrt der Gefühle. Das Elysia in Baselland sagte am 1. Dezember zuerst alle seine geplanten Veranstaltungen für am Wochenende ab. Keine 48 Stunden später, nach der freitäglichen Bundesratssitzung, gab der Club jedoch bekannt, seine Events am Wochenende doch durchführen zu können – einfach mit Maskenpflicht. Der Konsum von Getränken und Speisen musste nicht sitzend erfolgen, da sich die Massnahmen von Baselland und Basel-Stadt unterschieden. Während in Basel-Stadt eine Sitzpflicht bestand und den Clubbetrieb verunmöglichte, gab es in Baselland «nur» eine Maskenpflicht. Ein kleines, aber wichtiges Detail – auch wenn das Elysia und der Viertel _Klub weniger als einen Kilometer(!) Luftlinie auseinander liegen.

„Nachtschwärmer*innen, die in Basel nicht ausgehen konnten, sind einfach auf den Dreispitz (30m neben der Stadtgrenze) und in die dort ansässigen Clubs – oder gleich nach Zürich – ausgewichen.“

Nordstern (Facebook)

Aber selbst wenn ein Club geöffnet haben kann, heisst das noch lange nicht, dass dieser nicht flexibel sein muss. So wurden im Zürcher Hive die Mainacts für Freitag und Samstag abgesagt. Aufgrund verschiedener Quarantänebestimmungen in der Schweiz, aber auch in den jeweiligen Herkunftsländern. Dieser Umstand wird sich in naher Zukunft wohl kaum ändern.

Mit 2G ins Wochenende?

Wie es weitergeht, wird sich im Laufe der Woche zeigen. Einfacher wird es aber mit Sicherheit nicht. Selbst wenn Clubs schweizweit mit 2G (geimpft / genesen) öffnen dürfen, kommt das nächste Problem auf die Veranstalter*innen zu. Laut dem Bundesrat ist es mit „COVID Certificate“ App erst ab dem 13. Dezember möglich, die verschiedenen Zertifikate zu unterscheiden. Bis dann muss die Kontrolle manuell gemacht werden, was wiederum längere Wartezeiten und erhöhter (Personal-) Aufwand beim Einlass bedeutet. Ein weiterer der vielen neuen Umstände, welcher für Clubbetreiber*innen während einer Pandemie herausfordernd ist. Darum ist besonders jetzt ein wenig Verständnis vor der Clubtür angesagt.


Artikelfoto: UBWG

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